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Brigitte Wehrhahn zeigt ihr neues Programm

Gerüchteköchin mag es Platt am Liebsten

Röcke (mig). Je oller, je doller: In "Watt mott dat mott", dem neuen Programm von Kleinkunstkünstlerin Brigitte Wehrhahn, geht's heiß her. Wehrhahns Figuren reden Klartext - Sex und Suff werden nicht ausgeklammert.

Brigitte Wehrhahn: "Wenn erst einmal die Zähne weg sind, hat die

Das unsere Groß und Urgroßeltern keine Heiligen waren, dürfte jedem Schaumburger klar sein. Dass es aber zwischen "Kröger" und "Waschstube" ziemlich hoch herging, war bis dato unbekannt. Brigitte Wehrhahns Alter Ego jedenfalls nimmt im gut besuchten "Cafe Engelsdür" kein Blatt vor den Mund. Die Else Kling von der Weserkante redet in einer Tour - vom "rumrammentern im Ehebett" und von der "Erotik des Alters". "Wenn erst einmal die Zähne weg sind, hat die Zunge freies Spiel", scherzt die kittelbewehrte Tratschtante im plattdeutschen Dialekt. Dann erzählt sie von dem einsamen Betrunkenen, der von seiner Ehefrau mit einem lauten "Suppswein" in den Stall geschickt wird und sich dort an die Zuchtsau ranschmeißt. "Na Mutter, da hast du aber ein Nachthemd mit vielen Knöpfen an." Allerdings plaudert die Quasselstrippe nicht nur aus dem Nähkästchen - auch die Gäste werden in die Kabarettvorstellungeinbezogen. "Wo guckst du denn die ganze Zeit hin, du guckst mir ja unter den Rock", herrscht sie einen Besucher an. Nur um direkt danach ein ganz besonderes Anagramm aufzulösen. "Gabriele heißt das Kind, weil seine Mutter nicht weiß, ob es vom Gasmann, dem Briefträger oder dem Elektriker ist,"witzelt sie. Wehrhahns großes Talent ist es, den Witz immer genau richtig zu dosieren. Das sieht man auch an den Reaktionen der Besucher - keiner fühlt sich auf den Schlips getreten, alle lachen. "Auf Platt kann man Sachen sagen, die man auf Hochdeutsch nicht sagen könnte," erklärt die Künstlerin dieses Phänomen. Das stimmt tatsächlich: Auch die älteren Herrschaften im Publikum erfreuen sich am prallen Dorfleben - und erinnern sich mit der Gerüchteköchin an vergangene Zeiten. "Früher gab es warmen Pflaumenkuchen oder ein Leberwurstbrot auf dem Feld - das hat besser geschmeckt, als alles, was es heute so gibt."

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