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Grüne testen Radwege / Masterplan für die Stadt gefordert / Nord-Süd-Route wichtig

Georgstraße weiter Nadelöhr für Radfahrer

Bückeburg (mig). Das wurde eng: Um zu demonstrieren,

wie gefährlich Radfahrer leben, die die Georgstraße benutzen müssen, starteten Bückeburgs Grüne einen Selbstversuch. Anlass für diese Aktion war eine Besichtigung der Bückeburger Radwege. Angeführt von Grünen-Ratsherr Bernd Schierhorn fuhren Bückeburgs "Grüne" auf der viel befahrenen Ausfallstraße (Richtung Kleinenbremen/ B83/Autobahn). Radfahrer müssen die Straße auf diesem Abschnitt mitbenutzen, denn einen Radweg gibt es an der Georgstraße stadteinwärts nicht mehr. Der Grund: Vor einigen Jahren stellte man fest, dass Rad- und Gehweg einander zu wenig Platz ließen und so gegen Vorschriften verstießen. Kurzerhand wurde der Radweg gestrichen. Wie der kurze Selbstversuch zeigte, beschwört das Nebeneinander von Drahtesel und Automobil gefährliche Situation herauf. Ein Mercedes-Fahrer musste dem Grünen-Tross sogar über einen durchgehenden Mittelstreifen hinweg ausweichen und war sichtlich aufgebracht. Cornelia Laasch, die bei der nächsten Kommunalwahl für die Grünen in Bückeburg antreten wird, ist sauer: "Hier gibt es beispielsweise auch eine Schule, die Schüler müssen den Weg hier auch nehmen, das geht so doch nun wirklich nicht." Grünen-Ratsherr Bernd Schierhorn erklärt, wieso der Missstand nun schon einige Jahre andauert: "Eigentlich sind sich alle Fraktionen darüber einig, dass hier was passieren muss, aber es bewegt sich nichts." Es sei wichtig, sich nicht nur dann und wann, sondern kontinuierlich um die Belange der Radfahrer und Fußgänger zu kümmern. "Am besten wäre eine Art Masterplan, ein zugrunde liegendes Konzept," so Schierhorn. Die Grünen wollen deshalb im Rat dafür werben, eine "Nord-Süd-Route" für Radfahrer auszubauen. Radfahrer sollen ohne große Probleme beispielsweise von Meinsen oder Scheie nach Kleinenbremen gelangen können. Derzeit wird das nicht nur, aber vor allem durch die Georgstraße unmöglich gemacht. Als Vorbild für die Nord-Süd-Verbindung gilt die Ost-West-Tangente, die Radfahrern eine relativ ungefährliche Fahrt durch Bückeburg garantiert. Rainer Dargel, der die Tour durch Bückeburg geplant hatte, möchte eine zusammenhängende "Fahrradverkehrs-Förderung" der Kommunalpolitik erreichen. "Es reicht nicht, sich nur ein oder zwei Straßen herauszusuchen, man muss jede Maßnahme im Hinblick auf das Ganze planen," so Dargel. Bückeburg habe das Potential um für Radfahrer attraktiv zu sein, ergänzt Schierhorn "Das muss nur aktiviert werden." Bei ihrer Fahrt durch Bückeburg fielen den Grünen neben der Georgstraße weitere Problemzonen ins Auge. Schon zu Beginn der Fahrt, die ihren Ausgangspunkt in Scheie hatte, stieß man in Höhe der "Fränkischen Rohrwerke" auf einen gefährlichen Übergang vom Radweg auf die Fahrbahn. Ähnliches finden Radfahrer an der Rintelner Straße vor. "An der Einmündung zur Georgstraße werden die Radfahrer völlig allein gelassen," so Dargel. Die Überquerung der Hinüberstraße erwies sich trotz Zebrastreifens als riskant.

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