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Verbotene Körner auf Acker gelandet

Gen-Saatgut: Grüne im Schaumburger Land beunruhigt

Landkreis (gus). Der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen hat sich bei seiner jüngsten Mitgliederversammlung mit dem Thema Gentechnik befasst. Anlass, das Thema aufzugreifen, war, dass im Spätsommer gentechnisch verunreinigtes Rapssaatgut auch auf Schaumburger Ackern ausgebracht worden ist.

Bei einer Debatte im niedersächsischen Landtag war durch eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Hans-Jürgen Klein mitgeteilt worden, dass das betreffende Saatgut an Landwirte in den Kreisen Cuxhaven, Wolfenbüttel, Goslar, Nienburg, Hildesheim, Hameln-Pyrmont und auch in Schaumburg verkauft worden ist. Laut Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen stammte das Saatgut von einem Betrieb in Nordrhein-Westfalen. Der Verunreinigungsgrad habe jedoch nur 0,03 Prozent betragen. "Das bedeutet ein Korn von 30 000", sagte Ehlen. Die Namen der Landwirte nannte der Minister nicht - er wolle diese nicht unverschuldet schädigen. Betroffen waren 29 Landwirte und mehr als 200 Hektar Ackerfläche. Nach Auskunft Ehlens ist unverzüglich angeordnet worden, das Saatgut unterzupflügen. Der Schaden sei in die Millionen Euro gegangen. Das fragliche Unternehmen ist die Deutsche Saatveredelung AG in Lippstadt. Diese zweifelt das Untersuchungsergebnis des nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministeriums inzwischen an. Acht weitere Proben seien bei der betreffenden Charge vorgenommen worden. Diese waren negativ, teilte das Unternehmen mit. Sabine Raddatz, Sprecherin des nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministeriums, geht davon aus, dass die beiden Testergebnisse des Ministeriums "gerichtsfest" sind. Die negative Ergebnisse erklärt diese mit dem grenzwertnahen Befund. Daher seien widersprüchliche Testergebnisse möglich. Gemeinsam mit der Deutschen Saatveredelung AG versuche das nordrhein-westfälische Ministerium herauszufinden, woher der gentechnisch manipulierte Raps in der Ladung stammte. Noch lägen keine Ergebnisse vor. Thomas Künzel, Kreisvorsitzender der Schaumburger Grünen, ist mit dem Krisenmanagement des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums unzufrieden. Im kommenden Jahr könne wieder Raps auf den verunreinigten Ackern angepflanzt werden. Dass nicht bekannt ist, um welche es sich handelt, gefährde Landwirte, die garantiert gentechnikfrei anbauen wollen, und Imker, deren Bienen sich auf den Ackern "bedienen". Die Grünen wollen mit einer Anfrage im Kreistag erreichen, dass vom Landkreis Schaumburg verpachtete Flächen garantiert und überprüfbar ohne Gentechnik bewirtschaftet werden, heißt es in einer Pressemitteilung. Ziel sei es, einen gentechnikfreien Landkreis Schaumburg zu behalten.

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