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"ensemle blockruf" entführt Zuhörer vom Mittelalter bis zur Gegenwart / Musikgenuss und viele Informationen

Gelungener Streifzug per Flöte durch die Musikepochen

Bückeburg. Das Ambiente der Musikschule Schaumburger Märchensänger gab den stimmigen Rahmen für ein Konzert der besonderen Art. Drei Künstlerinnen waren jeweils ausgestattet mit einer Vielzahl an Blockflöten - von der kleinsten Sopranflöte bis zum schwergewichtigen Subbass, dessen geschwungenes, metallenes Mundstück an einen Pumpenschwengel erinnert.

Autor:

Dietlind Beinßen

Nicole Otto, Bettina Schell und Simone Schmid unternahmen mit den Zuhörern unter dem Motto "Tandernaken" eine aufschlusseiche musikalische Reise vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Das "ensemble blockruf", wie sich die jungen Blas-Koryphäen nennen, hatte Werke im Gepäck, die von Telemann, Ruffo, unbekannten Meistern bis zum faszinierend umgesetzten, schrill-schrägen Stück "So tear" (1986) von Willem Wander van Nieuwerkerk reichten. Nicht-Fachleute unter den Besuchern sperrten die Ohren auf, als sie nach der Pause von den Diplom-Musikerzieherinnenüber die Instrumente und deren Zuordnung zu Renaissance und Barock belehrt wurden. Außerdem erfuhr eine des schönen Wetters wegen leider nicht sehr große Interessentenschar, dass die im besten Miteinander spielenden Profis im einleitenden Renaissanceblock Consord-Blockflöten ganz unterschiedlicher Größe benutzt hatten, welche sich harmonisch wie Orgelregister zusammenfügen konnten, was von den solistisch eingesetzten Renaissance-Instrumenten, die nach der Pause zum Einsatz kamen, nicht zu behaupten war. Kompositionen verschiedenster Natur von Henry VIII (1491-1547), Willyam Cronish (-1523), Vincenzo Ruffo (1510-1587), Maestro Piero (14. Jh.), Francesco Landini (1325-1397), Francisco de la Torre (1483-1504), Antoine Dornel (1685-1765) oder Irmhild Beutler (1963) lieferten während der geschickt zusammengestellten Bläserrevue die Vorlagen für in Wohlfühlqualität präsentierte, technisch sichere Darbietungen. Georg Philipp Telemanns viersätzige "Sonata II", Harald Genzmers mit dem gewissen Etwas ausgestattetes "Trio" von 1942 und Matthias Mautes rhythmische, kapriolenreiche "Les barricades" von 1989 gesellten sich dazu und wurden vom vielversprechenden "ensemble blockruf" ebenfalls engagiert und in großer Homogenität zu klangschönen Tondokumenten entwickelt. Der gelungene Flöten-Streifzug durch die Epochen erntete kräftigen Beifall, den das Damen-Trio mit der Wiederholung der reizvoll gestrickten "Les barricades" belohnte.

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