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"Spektakulär": Hatfield contra McCoy / Das Publikum führt Regie

Geistesblitze im Sekundentakt

Kleinenbremen (ch). Keine gewöhnliche Theatershow haben die Akteure von "Verschwägert" den Zuschauern jungst im Theater "Spektakulär, Spektakulär" geboten: Ein Stück gab es nicht, Improvisation war gefragt. Von den Zuschauern wurden dagegen Einfallsreichtum und Engagement verlangt, die auch mit viel Eifer und Freude geliefert wurden. An jenem Abend sind die Künstler und Schauspieler aus Kleinenbremen jedoch nicht alleine auf der Bühne gewesen: Aus Frankfurt waren Äppler-Express angereist, um gemeinsam mit Verschwägert die Bauch- und Lachmuskeln der Zuschauer zu strapazieren.

Hatfield oder McCoy - das Publikum entscheidet, welche Familie m

"Ich habe früher selber bei Äppler-Express Theater in Frankfurt gespielt, und so kam es nach etlichen Jahren am Ende dazu, dass wir jetzt gemeinsam auf der Bühne stehen", erklärt Eric Kolb, der sich selbst als Pate von Verschwägert versteht. Alexander Werner hat an diesem Abend als Moderator das Publikum in seine Aufgaben eingeweiht und durch die Szenen geführt. Die Handlung: Zwei seit dem Ende der Bürgerkriegszeit verfeindete Familien streiten sich mittlerweile so lange, dass eigentlich keiner von beiden mehr weiß, wieso und warum. Familie Hatfield, wohlhabend, gebildet und gesittet, wohnt an der Grenze im Süden; Familie McCoy dagegen, bürgerlich arm und ohne jegliche Umgangsformen, lebt an der Nordgrenze. Nur fünf Sekunden, vom Publikum gestoppt, haben die Akteure Zeit, sich eine Situation zu überlegen. Vor jeder Szene wird von den Zuschauern ein Ort, ein Gefühl oder eine Situation gleichsam in den Raum "geworfen", die dann von den Schauspielern umgesetzt werden muss. Den Sieger ermittelt Moderator Werner mit seinem geschulten Ohr anhand der Lautstärke des Beifalls im Publikum. Eine Jury aus drei Zuschauern vergibt Punkte von 1 bis 9 für den Verlierer. Fazit: Rund zwei Stunden wurde den Zuschauern in Kleinenbremen ein professionelles Paradebeispiel zweier verfehdeter Familien geboten, die sich gegenseitig in jeder Situation bloßstellten.

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