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Künstler Demnig verlegt am 23. September Stolpersteine in Bad Münder

Gegen das Vergessen

Bad Münder. Bad Münder möchte am Mittwoch, 23. September, der früheren Mitbürger jüdischen Glaubens gedenken. An diesem Tag wird der Kölner Künstler Gunter Demnig in der Kurstadt „Stolpersteine“ verlegen, die die Erinnerung an das Schicksal der Menschen wach halten soll. Der Rat der Stadt hatte im Juni einer Beteiligung an dem Projekt zugestimmt. Bürgermeister Hartmut Büttner lädt alle Interessierten zu dieser besonderen Gedenkveranstaltung ein.

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Autor:

Mira Colic

Die erste der kleinen Gedenktafeln, deren Inschrift mit den Worten „Hier wohnte“ beginnt, wird um 13.30 Uhr vor dem Haus an der Obertorstraße 5 verlegt. Hier hat Eugen Herze vor seiner Deportation ins Konzentrationslager Sachsenhausen im Jahr 1938 gelebt. Im Alter von 46 Jahren wurde Herze 1942 im Warschauer Ghetto ermordet.

Weitere Stationen, die Demnig an diesem Tag besuchen wird, sind Vor dem Obertore 8 und Wallstraße 2 sowie die Dorfstraße 20 in Hachmühlen. Sie kennzeichnen alle die letzten frei gewählten Wohnungen vor der Verhaftung, Deportation und Ermordung von Münderanern. Dabei folgt Demnig auch immer sein Leitmotiv: „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“. Die Finanzierung der Steine ist über Spenden und Patenschaften erfolgt.

Im Anschluss an die Verlegung wird der Künstler, der seit 1992 mehr als 50 000 der 96 mal 96 Millimeter großen Steine in Deutschland sowie in 18 weiteren europäischen Ländern verlegt hat, einen Vortrag mit dem Titel „Stolpersteine – Spuren und Wege“ halten. Die Veranstaltung beginnt um 16.30 Uhr im Forum der Kooperativen Gesamtschule an der Bahnhofstraße 52.

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