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Abwrackprämie vermiest manchen Händlern das Geschäft / Noch immer lange Lieferzeiten für Neue

Gebrauchte sind kaum an den Mann zu bringen

Hameln (CK). Neuwagen – vorrangig die kleinen – gehen nach wie vor gut, Gebrauchte kaum noch. Das jedenfalls ist das überwiegende Fazit, das heimische Autohäuser im Zusammenhang mit der staatlichen Abwrackprämie ziehen. Nachdem der Staat den Topf für die Prämie nochmal aufgestockt hatte, laufen die Geschäfte offenbar weiterhin, einen ähnlichen Ansturm wie noch Anfang des Jahres aber gibt es offenbar nicht mehr.

Gebrauchtwagen

„Das Interesse an Neuwagen ist geringer geworden und von uns inzwischen gut zu bewältigen“, sagt beispielsweise Simone Holz, Geschäftsführerin des Autohauses Schütte, wo es neben Renault auch den Dacia gibt. Anders als bei manchen Kollegen in Hameln verzeichnet man bei Schütte übrigens keinen Einbruch beim Gebrauchtwagenverkauf. „´Das liegt daran, dass wir ohnehin nicht viel im Bestand hatten und auch kaum Gebrauchte reinkriegen“, sagt die Geschäftsführerin.

„Bedeutend ruhiger“ ist es inzwischen auch im Autohaus in der Südstadt geworden. „Es ist gut, dass die Abwrackprämie nochmal verlängert wurde, aber es gibt ein spürbares Nachlassen der Nachfrage“, sagt Horst Fischer, Verkäufer für Neu- und Gebrauchtwagen. Fischer führt das unter anderem auf die teilweise sehr langen Lieferzeiten zurück; die hätten möglicherweise für ein Abwandern der Kunden gesorgt – „obwohl es bei der Konkurrenz vermutlich nicht anders aussieht.“ Was Fischer an Fahrzeugen im Juni reinbekommt, hätte er jedenfalls bereits im März gebraucht; im Bestand hat er lediglich noch zwei Neuwagen. Beim Verkauf von Gebrauchtwagen hingegen hat es nach seinen Worten bereits einen Einbruch gegeben.

„Total runter“ ist das Gebrauchtwagengeschäft nach Aussage von Rainer Müller auch beim Autohaus Skoda. „Jahreswagen stehen heute wie Blei“, hat er beobachtet. Und kann das seinen Kunden auch nicht verdenken: Dank der staatlichen Prämie, auf die manche Autohändler noch draufgesattelt hatten, bekommen die einen kleinen Neuwagen heute schon zum Preis für einen Gebrauchten. Das bisherige Geschäft bezeichnet Müller als „stark“, hat mittlerweile aber auch Probleme mit der Lieferbarkeit kleiner Modelle. Und den Bonus, den Skoda gezahlt hatte, gibt’s auch nicht mehr. Kunden, die sich für einen Gebrauchtwagen interessieren, rät er, noch ein Vierteljahr abzuwarten – dann habe sich die Situationwieder beruhigt, so seine Vermutung.

„Die Lage hat sich entspannt.“ Sina Niederndorf, Geschäftsführerin des gleichnamigen Autohauses, spricht nach wie vor von Interesse an Neuwagen, allerdings nicht mehr von dem enormen Druck, wie er noch Anfang des Jahres manche Kunden zu Spontankäufen verleitet hatte. Weil die Prämie jetzt bis Ende des Jahres gelte, würden die meisten wieder gezielter kaufen. Bei den Gebrauchtwagen ist es auch im Autohaus Niederndorf ruhiger geworden, denn die Prämie ist nach Ansicht der Geschäftsführerin noch immer ein Kaufanreiz für Neuwagen. Lieferzeiten haben die zwar nach wie vor, aber „wir haben wieder Lagerwagen da“. Das sei Anfang des Jahres nicht der Fall gewesen.

Einbrüche bei Gebrauchtwagen, Kaufvertrags-Eingänge auf hohem Niveau bei kleineren Neuwagen – so stellt sich die Situation auch im Autohaus Toyota-Fischer dar. „Die Lage hat sich noch nicht wirklich entspannt, die Nachfrage ist ungebrochen“, sagt Ralf Fischer. Im März, als nicht klar war, wie und ob es mit der Abwrackprämie weitergeht, habe sein Haus die Zurückhaltung der Käufer durchaus gespürt, doch dieser Schwall habe sich im April wieder aufgelöst. Inklusive einer Prämie von 1500 Euro, die Toyota obendrauf sattelt, können sich seine Kunden über eine Ersparnis von 4000 Euro freuen. „Andererseits vermasselt uns das die Tour bei den Gebrauchten. Die sind ebenso wie Mittelklassewagen oder große Fahrzeuge nur noch schwer an den Mann zu bringen“, sagt Fischer.

 

Gebrauchtwagen sind in vielen Autohäusern derzeit nur schwer an den Mann zu bringen. Manfred Jeromin (Südmersen) zeichnet einen Pkw mit dem Preisschild aus.

Foto: Dana

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