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90 Prozent aller Eltern nehmen Ausleihe in Anspruch

Gebrauchte Schulbücher? Dafür gibt's keinen Markt

Rinteln (cok). Mit der kostenlosen Schulbuchausleihe ist es seit drei Jahren vorbei, und so bekamen die Eltern schulpflichtiger Kinder gerade wieder ein Schreiben von den Schulen, in dem sie angeben müssen, ob sie die Bücher für das nächste Schuljahr kostenpflichtig ausleihen oder selber kaufen wollen.

Auf den ersten Blick eine schwierige Entscheidung: Soll man Schu

Auf den ersten Blick sieht diese Entscheidung ziemlich schwierig aus. Soll man die Leihgebühr von durchschnittlich 63 Euro pro Schuljahr zahlen und nach dem Gebrauch der Bücher nichts mehr in der Hand haben? Oder soll man lieber jeweils etwa die doppelte Summe in den Kauf von Büchern investieren, die man dann auch später noch nutzen oder aber wieder verkaufen kann? Studiendirektor André Sawade, der am Gymnasium Ernestinum die Buchausleihe organisiert, hält sich mit einer persönlichen Wertung zurück. "Fakt ist aber, dass 90 Prozent aller Eltern die Ausleihe in Anspruch nehmen", sagt er. "Wir bereiten uns gerade auf eine Bestellung von insgesamt etwa zehntausend Büchern vor." Es ist auch klar, woran das liegt: So hoch die Ausleihgebühr auch ist (der hohe Preis muss sein, weil viele Bücher über Jahre ausgeliehen werden und so oftmals nur von zwei Schülern genutzt werden können), man fährt mit ihr immer noch besser als mit dem Kauf, weil es kaum Chancen gibt, die Bücher wieder zu verkaufen. "Einen Flohmarkt für Schulbücher? Nein, das hat es an unserer Schule noch nicht gegeben", sagt Sawade. Kein Wunder: Es besteht einfach kein Angebot. Im Jahr 2004, als die kostenfreie Schulbuchnutzung in Niedersachsen abgeschafft wurde, besaß noch niemand eigene Bücher, die er günstiger hätte anbieten können. Angesichts von Anschaffungen, die in einzelnen Klassen an die 200 Euro Bestellwert haben können, entschieden sich dann die meisten Eltern für das Ausleihen, und so ist auch in der Zwischenzeit kein rechter Markt für gebrauchte Schulbücher entstanden. Hinzu kommt, dass man aus organisatorischen Gründen sowieso ein Gesamtpaket an Büchern ausleihen und immer die gesamte Leihgebühr zahlen muss und nicht etwa nur einzelne Bücher auswählen kann. "Die Ausleihe läuft aber wunderbar!", erklärt der Koordinator. "Die Zahlungsmoral der Eltern lässt nicht zu wünschen übrig, und wir sind hier ein richtig gutes Organisationsteam, in dem auch einige Schüler sehr hilfreich mitarbeiten." So ein eingespieltes Team ist wirklich wichtig, um die anfallende Arbeit in den Griff zu bekommen, denn schließlich werden auch alle gebrauchten Bücher auf ihren ordnungsgemäßen Zustand hin kontrolliert. Ab und zu kommt es vor, dass der Zeitwert eines Buches eingefordert werden muss, weil es verloren ging oder zu arg verschmutzt wurde. Noch aber ist alles ruhig an der Bücherfront. Die Bestellungen von etwa tausend Buchpaketen werden erst nach der Überweisung des Geldes in Angriff genommen. Und so gerne schulmüde Kinder auch ihre alten Bücher schon zurückgeben würden - ein paar Tage dauert es noch, bis endlich die Sommerferien beginnen. Wer übrigens gebrauchte Bücher irgendwie an den Mann bringen will, der kann das übers auch Internet bei "amazon" oder "ebay" versuchen.

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