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Erstes Bürgermahl der Bürgerstiftung Schaumburg: Ministerpräsident Wulff lobt sozialen Einsatz

"Ganz und gar außergewöhnliches Engagement"

Rinteln (crs). Der Ministerpräsident weiß, wie man Herzen gewinnt. Als "ganz und gar außergewöhnlich" lobte Christian Wulff gestern Abend beim festlichen "Bürgermahl" der Bürgerstiftung Schaumburg im Ratskellersaal das ehrenamtliche Engagement der Menschen in der Region. "Es gibt hier vieles an Aktivitäten, die anderswonicht möglich wären, die Einsatzbereitschaft spürt man an allen Ecken und Enden."

Diesen Einsatz für andere weiter auszubauen und zu stärken, mit diesem Ziel ist vor 19 Monaten die Bürgerstiftung Schaumburg angetreten. Und diesem Zweck diente auch das Bürgermahl bei seiner gestrigen Premiere. "Sie sind uns alle lieb und teuer - oder besser, wir sind teuer für jeden von Ihnen", schmunzelte Stiftungsvorstand Hermann Stoevesandt bei der Begrüßung - die Teilnahme am Vier-Gänge-Menü war mit einer Spende an die Bürgerstiftung verbunden. Eine Spende, mit deren Hilfe die Stiftung lobenswertes Engagement im Landkreis fördert. Exemplarisch zeichnete Stoevesandt drei von der Bürgerstiftung finanziell unterstützte Projekte aus: das Jugend- und Sportfest des Islamischen Kulturvereins in Stadthagen (vertreten durch den Vereinsvorsitzenden Ali Ihsan Ünlü), die ebenfalls in der Kreisstadt aktive Initiative Mitternachtssport für Jugendliche (Saka Cikotic und Jochen Berg) und den Einsatz des Fördervereins Sonnenbrinkbad in Obernkirchen (Wolfgang Hein). Diese für die Schaumburger so selbstverständliche Bereitschaft zum sozialen Einsatz wertete Wulff auch als "typisch niedersächsisch": 2,4 Millionen Menschen im Land seien ehrenamtlich aktiv, jede dritte Bürgerstiftung in Deutschland werde in Niedersachsen gegründet. "Wir müssen dem freiwilligen Engagement künftig aber noch mehr Bedeutung beimessen", appellierte Wulff auch an die eigene Adresse, an Politik und Wirtschaft. Zum Beispiel, wenn es darum gehe, einenFeuerwehrmann für seinen Dienst an der Gemeinschaft von der Arbeit freizustellen. "Der Staat kann nur Geld geben, die Menschen müssen die Hand reichen." Mit "großem Wohlwollen" beobachte er daher die Arbeit regionaler Initiativen, schlug Wulff zum Abschluss landesväterliche Töne an. Und hob einmal mehr das soziale Kapital der Schaumburger hervor: "Sie haben die Chance, eine der leistungsfähigsten Bürgerstiftungen in Niedersachsen zu werden." Wie seineWorte ankommen würden, das dürfte Wulff wohl bewusst gewesen sein. So gewinnt man Herzen. Die Reihen hätten noch dichter geschlossen sein können beim ersten Wohltätigkeits-Dinner der Bürgerstiftung. Gut hundert Schaumburger - unter ihnen Rintelns Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz und Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier, die in ihren Grußworten ebenfalls die Bedeutung der noch jungen Bürgerstiftung Schaumburg hervorhoben - ließen sich nach Wulffs Ansprache die Variation vom Schaumburger Kaninchen, die niedersächsische Gurkensuppe mit frischem Dill, das Bierochsenfleisch aus Bio-Aufzucht und den hausgemachten Treberkuchen mit Buttermilchmousse gut schmecken. Für den ein oder anderen freien Platz im Ratskellersaal war wohl nicht zuletzt die Konkurrenzveranstaltung in der Stadthäger St.-Martini-Kirche (s. Seite 21) verantwortlich - hierhin entschwand auch der Ministerpräsident direkt nach seiner Ansprache.

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