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Dieter Kellermeier geht in den Ruhestand - und erzählt von damals

Gärtner des Schaumburger Landes

Stadthagen (bes). Nach vier Jahrzehnten als Kreisgärtnermeister ist Dieter Kellermeier in den Ruhestand gegangen. Er hatte dabei nicht nur großen Einfluss auf das Aussehen des Landkreises, er wurde auch so manches Mal auf die Probe gestellt. In dieser Zeit hat Dieter Kellermeier auch alle Entwicklungen im Gartenbau hautnah miterlebt.

Kann es auch im eigenen Garten nicht lassen: Dieter Kellermeier

"Das Schönste an meinem Beruf war, dass ich freie Hand hatte, dass ich gestalten konnte", erzählt der ehemalige Kreisgärtnermeister schmunzelnd. Kellermeier sitzt auf einer Bank im Anbau seines Hauses mit Blick auf seinen Garten, die kräftigen Hände vor der Brust verschränkt. "Wenn irgendetwas gebautwurde - egal, ob ein neuer Baum gepflanzt oder eine Grünanlage geschaffen wurde - war ich von Anfang an dabei." Mittlerweile ist das Schmunzeln zu einem breiten Lächeln geworden. Ob vor Schulen oder Krankenhäusern, auf den Liegenschaften oder am Kreishaus, überall konnte Dieter Kellermeier seine Vorstellungen einbringen. "Ich habe viel Spaß und Freude an meinem Beruf gehabt, auch wenn es manchmal harte Arbeit war." Mit 25 Jahren hatte er am 1. November 1968 beim Landkreis Schaumburg-LIppe angefangen. "Ich hatte drei Wochen zuvor erst meinen Gärtnermeister gemacht", erzählt er. "Die Kreisverwaltung war erst seit ein paar Monaten in Betrieb und der Kreis brauchte für seine Gebäude und Grünflächen einen Gärtnermeister." Seine neuen Kollegen stellten ihn erst einmal auf die Probe: "Ich hatte zusammen mit zweiälteren Mitarbeiten Rosenbeete angelegt. Die beiden waren zuvor Flusswärter gewesen und kurz vor ihrer Pensionierung in die Kreisgärtnerei versetzt worden. So richtig Lust hatten die nicht, zumal da ich sehr viel jünger als sie war. Wir hatten gerade die Löcher für die Rosen ausgehoben, da wurde ich ins Kreishaus gerufen. Als ich wieder rauskam, hatten meine Kollegen bereits einen Teil der Rosen eingegraben, allerdings mit den Wurzeln nach oben. Die wollten mich Jungspund mal austesten!" lacht Kellermeier und blickt in seinen Garten. "Wir haben die Rosen dann wieder ausgegraben und umgedreht." Aber nicht nur seine Kollegen stellten ihn auf die Probe. "Wir waren vor mehreren Jahren im Winter an der Deisterschule in Bad Nenndorf zu Schneidemaßnahmen. Wir wurden aber nicht fertig und ließen unseren Trecker dort stehen. Als wir am nächsten Morgen dorthin kamen, sprang das Fahrzeug nicht mehr an - in der Nacht hatte es Temperaturen von minus 15° Celsius gegeben. Zwei bis drei Stunden haben wir mit unserem Ladegerät gebraucht, um den Trecker starten zu können. Dabei sind mehrmals in der Schule die Sicherungen rausgeflogen." Solche Dinge konnten ihn aber nie aus der Ruhe bringen. Dazu war er viel zu sehr Gärtner und an die Arbeit an der frischen Luft gewöhnt. In seiner Zeit als Gärtnermeister des Landkreises hat Dieter Kellermeier auch sämtliche Entwicklungen im Gartenbau mitgemacht. "Als ich hier angefangen habe, sind wir nur mit Rückenspritzen rumgelaufen und sind mit Chemie gegen das Unkraut vorgegangen. Mittlerweile hat sich ein tiefgreifender Wandel vollzogen. Man denkt heute sehr viel mehr an die Umwelt und überlässt sie sich selber. Auch im Winterdienst hat sich einiges verändert: Früher haben wir mit Salz gestreut, heute benutzt man nur noch Sand oder Split. Wenn wir Bäume gepflanzt haben, haben wir darauf geachtet, das Gehölz zu nehmen, das bei uns auch in der Natur wächst." In seinem eigenen Garten geht er genauso vor, denn von der Arbeit als Gärtner kann er nicht lassen: "Ich bin zwar nicht mehr Kreisgärtnermeister, aber immer noch Gärtnermeister", erklärt er und zwinkert.

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