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230 000 Euro für Netzaufbau

Funklöcher adé: Alarmiert wird künftig digital

Landkreis (sk). Funklöcher sind kein Problem mehr, Konkurrenz durch Sprache und Alarmierung auf einem Sprechfunkverkehrskanal gibt es nicht mehr. Der Rettungsleitstelle des Landkreises Schaumburg steht zur Alarmierung von Feuerwehr, DRK und anderen Rettungskräften ab sofort digitale Funkalarmierung zur Verfügung. Mit einem "Mouseklick" am Computer hat Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier das neue System in Betrieb genommen.

Bisher wurden die Einsatzkräfte über ein analoges Funknetz auf den Sprechfunkverkehrskanälen alarmiert. Meistens, so der Leiter der Rettungsleitstelle, Rolf Hartmann, habe es sich um eine so genannte "Stille Alarmierung" auf einem analogen Funkmeldeempfänger gehandelt. Allerdings: Manchmal funktionierte der Alarm nicht. Funklöcher im hügeligen Schaumburg waren unter anderem der Grund dafür. Für die Einführung eines neuen Systems sprach außerdem, dass die Generation der bei den Feuerwehren vorhandenen analogen Empfänger abgängig ist, Ersatzbeschaffung kostspielig und nicht mehr "Stand der Technik" gewesen wäre. Bereits ein Drittel der Landkreise in Deutschland setzen auf digitale Alarmierung, so Hartmann. Darum habe sich 2005 auch der Landkreis Schaumburg entschlossen, ein digitales Netz zur Alarmierung aufzubauen. Schöttelndreier: Als Leiter des Katastrophenschutzstabes sei dies vor allem sein eigener Wille gewesen. Nirgendwo in Europa sei der Rettungsdienst so stark ehrenamtlich strukturiert wie in Deutschland, so der Landrat. Der schnellen Alarmierung der Ehrenamtlichen, die in verschiedenen Berufen tätig und nicht wie zum Beispiel die Polizei ständig mit einem Standort verbunden sind, komme hohe Bedeutung zu. "Sehr stark mit Sachverstand" habe sich bei der Installation des neuen Systems der Funkbeauftragte der Feuerwehren eingebracht. "Wilfried Grothe ist uns eine große Hilfe gewesen", pflichtete Hartmann bei. Bei dem digitalen Funkalarmierungsnetz handelt es sich um eine Netz des Betreibers, nicht um ein fremdbestimmtes wie bei den Mobiltelefonnetzen. Sämtliche Einsatzkräfte können über einen Alarmierungskanal im Zwei-Meter-Band alarmiert werden. Dadurch sei die bisherige Konkurrenzsituation auf dem jeweiligen Sprechfunkverkehrskanal durch Sprache und Alarmierung nicht mehr vorhanden, so Hartmann. Es werde eine gute Erreichbarkeit durch Flächenabdeckung und Gebäudedurchdringung erreicht. Übertragen werden können im System auch Daten. Kreisweit wurden 13 digitale Alarmumsetzer aufgebaut. In den Netzaufbau hat der Landkreis 230 000 Euro investiert. Hinzu kommen 18 000 Euro für die Beschaffung von digitalen Meldeempfängern für kreiseigene Feuerwehreinheiten. Während der Rettungsdienst bereits komplett mit den Empfängern ausgestattet ist, müssen die Kommunen als Träger der einzelnen Ortsfeuerwehren und andere Hilfsorganisationen die Empfänger auf eigene Kosten anschaffen.

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