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Für eine IGS braucht Hameln Kinder aus dem Landkreis

Hameln (ni). 1108 Eltern haben ihr Interesse an der Gründung einer Integrierten Gesamtschule in Hameln signalisiert. Die Zahlen der Elternbefragung liegen seit Mittwoch auf dem Tisch - und werfen jede Menge Fragen auf.

Mit der Elternbefragung ist die erste Hürde auf dem Weg zur Genehmigung einer IGS genommen. Das "ausreichende Elterninteresse" gilt als gegeben, wenn

wenn sich so viele Grundschul- und Kitaeltern für diese Schulform aussprechen, dass mit 130 Anmeldungen pro Jahrgang gerechnet werden kann. Melden alle befragten Eltern, die sich für eine IGS ausgesprochen haben, ihre Kinder tatsächlich an, reichte eine

Melden diese  eine IGS mit fünf Parallelklassen nicht aus, sondern müsste sieben-, acht- oder gar neunzügig werden. „Ein Moloch“, sagt Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann, von dem sie persönlich „nicht so viel“ halte.  Eine IGS in Hameln und allein für Hamelner Schüler gibt die Elternbefragung aber auch nicht her, denn die Zahl der potenziellen Interessenten in der Stadt bewegt sich nur zwischen 84 und 117 pro Jahrgang. „Es könnte aber könnte durchaus sein, dass am Ende doch mehr Kinder aus Hameln angemeldet werden“, sagt Lippmann.  Genau so wenig, wie jedes signalisierte Interesse als verbindliche Anmeldung interpretiert werden darf, ist nämlich auch der Umkehrschluss zulässig: nämlich dass in dem Reservoir der scheinbar desinteressierten Eltern - nur  37 Prozent der infrage kommenden Eltern haben sich an der Befragung beteiligt - garantiert kein künftiger IGS-Schüler mehr steckt. Letztlich, glaubt Lippmann, werden sich viele Eltern erst entscheiden, wenn sie das Konzept und die Angebote der neuen Schule kennen und wissen, ob ihre Kinder dort auch nachmittags gut aufgehoben sind.
Bis dieses Paket auf dem Tisch liegt, dauert es allerdings noch etliche Monate. Und solange muss die Stadt auf der Grundlage von Wahrscheinlichkeiten planen. Zum Beispiel, an welchen der vorhandenen Schulstandorte in Hameln die IGS mit ihrem ersten Jahrgang einziehen und allmählich wachsen könnte. Die Zeit nutzen will Lippmann aber auch, um mit dem Landkreis zu reden. Immerhin haben 608 Eltern aus den Städten und Gemeinden des Kreises (Hameln ausgenommen) erklärt, sie würden ihr Kind voraussichtlich an einer IGS in Hameln anmelden. Mehr als doppelt so viele 1279 bekundeten Interesse an einem IGS-Angebot im Gebiet des Landkreises Hameln-Pyrmont.
Für Lippmann stellt sich die Frage: „Wie will der Landkreis mit diesen Zahlen umgehen?“ Sie habe, sagt die Hamelner Oberbürgermeistern, „wenig Neigung, mit so einem Riesending von über 1000 Schülern auch den Landkreis-Bedarf mit abzudecken“. Auf der anderen Seite würden sich zwei IGSn im Kreisgebiet zurzeit vermutlich noch gegenseitig die Schüler wegnehmen. Und drittens, ergänzt der Erste Kreisrat Carsten Vetter, sei aufgrund der demografischen Entwicklung mit immer weiter sinkenden Geburtenzahlen die gesamte Schullandschaft ohnehin in Bewegung.
Wie die Antwort auf dieses ganze Bündel von Unwägbarkeiten und Problemen aussehen könnte – darüber etwas zu sagen sei noch zu früh, sind Oberbürgermeisterin und Kreisrat sich einig. „Das Ergebnis der Elternbefragung liegt ja gerade erst auf dem Tisch“, so Vetter. Für eine eingehende Analyse, geschweige denn für belastbare Schlussfolgerungen oder gar Empfehlungen an die Kreispolitik sei da noch keine Zeit gewesen.   

 

 

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