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Nammer Jäger lassen nichts umkommen / "Gemeindediener" versteigerten Obsternte

Für den Kindergarten mehr als 20 ZentnerÄpfel geerntet

Porta Westfalica-Nammen (krö). Der Ideengeber der Aktion war Heinrich Brandt, seine Jägerkollegen machten begeistert mit und Christel Branahl, Leiterin des Nammer ev. Kindergartens, freut sich im Ergebnis über mehr als 200 Flaschen Apfelsaft, die sie für ihre Kinder kostenlos abfordern kann.

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Die Jäger haben von den kommunalen Apfelbäumen an mehreren Straßen in Nammen rund zwanzig Zentner Äpfel geerntet und zum Vermosten gegeben. Ohne etwas zuzuzahlen, erhalten sie für den Zentner Äpfel neun Flaschen goldgelben Saft - und den spendieren sie in vollem Umfang den Kindern der hiesigen kirchlichen Einrichtung. Die Zeit liegt lange zurück, als die Bäume entlang der Gemeindestraßen zum Abernten im Spätsommer bei der Einwohnerschaft sehr begehrt waren. Etwa bis zur Gebietsneugliederung im Jahre 1973 versteigerten die bis dahin selbstständigen Gemeinden im Amtsbezirk Hausberge, andernorts wird es ähnlich gewesen sein, gegen einen verhältnismäßig geringen Obolus zum Herbst hin mit der Reife die Obstbäume zum Abernten an die interessierten Bürger. In Nammen waren es die "Gemeindediener", denen das Auktionatorsamt oblag. Nur dieÄlteren erinnern sich noch daran, wenn Wilhelm Sylvester und Hermann Müller, die beiden letzten ihrer Zunft, ihres Amtes walteten. Und dass dann für einen "Kaiser-Wilhelm-Apfel" oder für eine "Gute Luise" ein paar Deutsche Mark mehr hingelegt werden mussten als für einen "Jacob Lebel" oder eine "Graue Renette" leuchtete jedem ein. Nach und nach ließ das Interesse der Einwohner an dem günstigen gemeindlichen Obst nach. Die Mühen der Ernte schreckten ab. Mit dem Zusammenschluss zur Stadt Porta Westfalica gab es beim Kämmerer keinen Einnahmeposten "Äpfel und Birnen von kommunalen Obstbäumen" mehr. Jahrelang schon verfault das meiste Obst,als Fallobst unbeachtet, landauf landab in den Wegeseitengräben. Umso lobenswerter ist die Aktion der Nammer Jäger. Ihr erster Einsatz galt dem Bereich am Sportplatz "Im Diekhoff". Heinrich Brandt's Erfolgsbilanz wies schon dort mehr als zwölf Zentner Äpfel aus. Zweiter Ernteschwerpunkt wurde die Untkenbeeke, mit fast gleichhohem Ergebnis. Willi Meier mähte zunächst teilweise Brennnesseln und Gras ausden Grabensohlen, damit Äpfel nicht nur gepflückt, sondern auch geschüttelt werden konnten. Über Jagdpächter Friedrich Hohmeier, der die örtliche Annahmestelle für die Mindener Obstkelterei Löffler betreibt, geht das Obst zum Vermosten. Die ersten Flaschen Apfelsaft aus neuer Ernte konnten bereits an die von der Aktion völlig überraschte Kindergartenleiterin Christel Branahl übergeben werden.

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