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Statt Weihnachtstrubel: eine Handvoll richtig guter Expos

Fünf-Sterne-Tour durch die Welt der leisen Kunst

Hannover / Weserbergland. Manche Dinge sind erst auf den zweiten Blick originell. „Betreten der Ausstellung verboten“ gehört ganz sicher dazu. Wer das Werk Timm Ulrichs’ sieht, das Ende der sechziger Jahre entstanden ist, wird schmunzeln und sich trotzdem die Frage stellen, was daran so besonders ist. Die Antwort liegt nicht in der Machart, sondern im Imaginären: Die Idee ist die Kunst! Weil sie die Phantasie der Betrachter trägt und gleichfalls von ihr getragen wird. Eine Symbiose zum Wohle der feinsinnigen Unterhaltung. Ganz so hat es der Künstler gewollt.

Bilderbuchillustrationen und Bücher stehen im Fokus der Ausstellung Shauns Tans im Museum Bad Pyrmont.

Autor:

Jean LeGrand

Bis zum 13. Februar präsentieren das Sprengel Museum Hannover und der Kunstverein Hannover eine der umfangreichsten Werkschauen des Konzeptkünstlers Timm Ulrichs, der 1940 geboren wurde und eine unbestrittene kunsthistorische Bedeutung hat. Mehr noch: Seine Arbeiten bekommen vor dem Hintergrund zeitgenössischer Kunstproduktion auch eine neue Relevanz. Anlass des gemeinsamen Ausstellungsprojekts ist somit nicht nur der 70. Geburtstag Timm Ulrichs‘ und fünf Jahrzehnte künstlerischer Arbeit in Hannover, sondern die Aktualität seines Werks, das durch verstärkten Rückgriff auf konzeptuelle Paradigmen in der jüngsten Gegenwartskunst immer noch aktuell ist.

Die Überzeugung, Kunst und Leben seien nicht voneinander zu trennen, bildet den Ausgangspunkt von Timm Ulrichs‘ vielschichtigem ¼uvre. Bereits 1961 definierte er seinen Wohn- und Arbeitsraum in Hannover als „Werbezentrale für Totalkunst“ mit „Zimmer-Galerie & Zimmer-Theater“. 1966 stellte er sich als erstes lebendes Kunstwerk aus und legte damit den Grundstein für eine Vielzahl von Arbeiten, die um die eigene Person, die Ich-Erforschung, kreisen, um in der Identität von Kunst und Leben die Vergänglichkeit der Existenz in den Fokus zu rücken. Die Ausstellung ist eine wahrhaftig kraftvolle und vielfältige Interpretation von Kunst: Objekte und Installationen, darunter Möbel und Modelle, Grafiken, Fotografien und Videos laden dazu ein, die wesentlichen Aspekte dieses Künstlers neu zu entdecken. Und sie sollten als Auftakt genutzt werden für eine Rundreise zu weiteren außergewöhnlichen Expositionen. Die besondere Fünf-Sterne-Reise führt in fünf nicht allzu fern gelegene Städte.

Der westfälische Expressionismus: Kunsthalle Bielefeld, Artur-Ladebeck-Straße 5, bis 20. Februar, dienstags bis sonntags 11-18, mittwochs 11-21 Uhr, samstags 10-18 Uhr

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Shaun Tan: Parabeln der Fremdheit – Bilderbuchillustrationen und Bücher bis 30. Januar 2011 im Schlossmuseum Bad Pyrmont, dienstags bis sonntags 10-17 Uhr

Duckomenta – die Enten sind los! bis 1. Mai 2011, Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim, Am Steine 1-2, dienstags bis sonntags 10-18 Uhr

Märchen und Sagen: Deutsches Märchen- und Wesersagenmuseum Bad Oeynhausen, mittwochs bis sonntags 10-12 und 14-17 Uhr

Betreten der Ausstellung verboten: Timm Ullrichs Werke von 1960 bis 2010 – Sprengel Museum Hannover, Kurt-Schwitters-Platz (dienstags 10-20 Uhr, mittwochs bis sonntags 10-18 Uhr) und Kunstverein Hannover, Sophienstraße 2 (dienstags bis samstags 10-19 Uhr, sonntags 11-19 Uhr).

Das Lächeln der Duckomenta in Hildesheim begeisterte schon Tausende Besucher. Alles rund um die Familie der Ducks aus Entenhausen können Besucher des Roemer- und Pelizaeus-Museum noch bis 1. Mai 2011 erfahren.

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