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"Erinnerungsprojekt": Rat stimmt Konzept zu

Frühere Synagoge als Knotenpunkt

Stadthagen (ssr). Die ehemalige Synagoge in Stadthagen soll zum "Knotenpunkt" des "Erinnerungsprojektes für die Schaumburger Opfer des Nationalsozialismus" werden. Diese verbindliche Zielsetzung hat sich der Rat der Stadt einmütig zu eigen gemacht. Mit Blick auf den Umbau des Gebäudes und dessen Finanzierung setzt der Rat allerdings "bürgerschaftliche Beteiligung" voraus.

Wie Bürgermeister Bernd Hellmann berichtete, stünde das Gebäude der früheren Synagoge im hinteren Bereich des Grundstücks Niedernstraße 19 - zwischenzeitlich als Lager genutzt - für das Projekt zur Verfügung. Denn mit dem Eigentümer seien "kon struktive Gespräche über die Anmietung" kurz vor dem Abschluss. Das Gebäude soll dem Willen des Rates nach zu einem dauerhaften Dokumentations-, Gedenk- und Lernort über die Zeit des Nationalsozialismus in Schaumburg ausgebaut werden. Im Mittelpunkt stehen soll dabei vor allem die namentliche Erinnerung an die jüdischen und alle weiteren Opfer der Nationalsozialisten im Schaumburger Land. Die Umsetzung des Projektes soll von der Stadt getragen werden. Die Ratspolitiker fügten aber hinzu, dass "der Prozess für diese Umsetzung primär vom bürgerschaftlichen Engagement getragen und begleitet werden muss". Sobald ein Konzept einschließlich Kostenschätzung vorliege, sei eine Entscheidung über eine angemessene Kostenbeteiligung der Stadt zu treffen, "wobei primärauch hier bürgerschaftliche finanzielle Beteiligung vorausgesetzt wird". Wie und in welcher Weise dieses Engagement organisiert wird, "muss noch ausgelotet werden", so der Rat. SPD-Fraktionschef Karsten Becker betonte, die ehemalige Synagoge sei "der authentische Ort" für eine zentrale Stelle des kreisweiten "Erinnerungsprojektes". Gunter Feuerbach (CDU) und Renate Jobst (FDP) mahnten an, bei der Gestaltung des Ortes müssten "alle Nazi-Opfer im Blick sein". Maria Börger-Sukstorf (Grüne) brachte die Hoffnung "auf ein breites bürgerschaftliches Engagement" zum Ausdruck.

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