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Früher wurden die Menschen auf dem Marktplatz begraben

Hessisch Oldendorf (ah). „Der Tod begleitet das Leben wie der Schatten das Licht“ – so lautete eine in Hessisch Oldendorf so noch nicht erlebte Führung, die letzten Samstag im Rahmen des Landsommers 2009 stattfand. Mehrere Wochen hatte Gästeführerin Gabriele Lingen recherchiert, Quellen und Geschichtsbücher bearbeitet und Mitglieder alteingesessener Familien befragt. 

Friedhof

 Am Kirchplatz befand sich im Mittelalter der große Friedhof der Stadt. Er diente nicht nur als Stätte für Verstorbene, sondern auch als (Jahr-)Marktplatz – „und war entsprechend schmutzig“, wie Gabriele Lingen anmerkte. Ursprünglich sei der Friedhof viel größer gewesen als der heutige Kirchplatz, alle umliegenden Gebäude seien erst nach 1600 errichtet worden, erklärte sie. Ärmere Bürger wurden am äußeren Rand bestattet, Angehörige des Adels und des Klerus hingegen fanden ihre letzte Stätte direkt in der Kirche. Mit der Reformation und bedingt durch Seuchen wurden Friedhöfe vor die Stadttore verbannt. Der Friedhof in Oldendorf wurde vor dem Ostertor gebaut. Im ältesten Grab von 1739, dem der Familie Baxmann, liegen die sterblichen Reste des Sohnes von Cord Baxmann, der seinerzeit Bürgermeister in Oldendorf war. Beim Gang über den sogenannten alten Friedhof wusste die Gästeführerin viel Wissenswertes aus der Geschichte der Stadt zu erzählen.

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