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Es muss nicht immer Rot sein – exotische Tomatensorten sind vielfältig einsetzbar

Früher Deko, heute Delikatesse

Wie eine normale Tomate sieht die aber nicht aus. „Wie schmeckt die denn so?“, fragt ein Kunde. Argwöhnisch beäugt er eine große, herzförmige Tomate, durch die sich tiefe Furchen ziehen.

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Autor:

von christiane stolte

„Die schmeckt richtig schön nach Tomate. Probieren Sie mal“, lädt Georgios Kanellopoulos den Skeptiker ein und serviert ihm einen aus einer „Ochsenherztomate“ geschnittenen Probierhappen. Der aromatische Geschmack überzeugt den Kunden. Er kauft ein Exemplar dieser besonders großen Sorte. Neugierig geworden, lässt er sich auch gleich einige andere exotisch anmutende „Paradiesäpfel“ aus der Familie der Nachtschattengewächse einpacken. „Die kommen doch bestimmt aus dem Ausland“, sagt er. Nein, die seien in Bielefeld in eigenem Anbau gewachsen, wird er aufgeklärt. Exotische Tomaten sind es auch nicht, sondern alte Sorten, die einst in Vergessenheit geraten waren, nun aber wieder im Kommen seien.

Auf den Märkten ist es nicht zu übersehen – die Tomaten-Saison hat begonnen. Am Stand der Familie Kanellopoulos aus Lübbecke lockten 25 Sorten – eine farbenprächtiger als die andere. Rote, gelbe, braun-gelbe, orangefarbene, violette, schwarze, grüne oder rot-grüne Exemplare, die zum Teil anmuten wie ein marmoriertes Osterei, zogen die Blicke der Marktbesucher auf sich. „Das sind alles alte Sorten“, erklärte Georgios Kanellopoulos den Kunden. Ihr besonders aromatischer Geschmack werde immer mehr geschätzt. Im Gegensatz zu früher, wo etliche Sorten wegen ihres ungewöhnlichen Aussehens als giftig galten und deshalb nur für Dekorationszwecke genutzt wurden. Was für eine Verschwendung. Gut, dass diese Zeiten vorbei sind.

Die wiederentdeckte Tomatenvielfalt kann auch als Multitalent in der Küche eingesetzt werden. „Der Verwendung der Ochsenherztomate beispielsweise sind keine Grenzen gesetzt“, betonte der Standbeschicker.

Ob kalt, warm, gebacken oder gefüllt – in jeder Zubereitungsform sei sie ein Leckerbissen. Vera May etwa zaubert aus den alten Tomatensorten eine leckere Tomatenplatte. „In der warmen Jahreszeit schmeckt sie besonders gut“, betont die Marktkundin. In Scheiben geschnittene Tomaten werden mit geschnittenen Zwiebeln, schwarzen Oliven, viel Petersilie, Olivenöl und Zitronensaft leicht vermischt, mit Ölsardinen belegt und nach Belieben gewürzt.

„Mit ebenso wenig Aufwand und großer Wirkung lässt sich auch ein ,Mozzarellateller‘ zubereiten“, weiß Kanellopoulos. Mehrere Tomatensorten in Scheiben schneiden, auf Mozzarellascheiben anrichten, würzen, mit gutem Olivenöl und Balsamico-Essig beträufeln.

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