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„Du hast mir gerade noch gefehlt zum Glück“ – wie wahr, ist doch Purple Schulz‘ Hit aus dem Jahr 1990 zurzeit Programm – denn die Mitwirkung von Heinz Rudolf Kunze auf der „Gemeinsame Sache“-Tour erwies sich für den 53-Jährigen wahrlich als Glücksgriff.

Heinz Rudolf Kunze genoss sichtlich die intime Art des Konzertes

Was 2006 bei einem gemeinsamen Auftritt im Kölner „Theater im Bauturm“ noch in den Kinderschuhen steckte, hat sich seit einiger Zeit zu einem Konzert-Highlight der Güteklasse 1 entwickelt.

„Lasst euch überraschen, das wird ein toller Abend“, verriet uns Purple, den wir kurz vor seinem Auftritt noch im gegenüberliegenden „StäV“, zusammen mit Begleitmusiker „Wolli“ Stute bei einem kleinen Kölsch trafen. Und der gebürtige Kölner hielt was er versprach – es wurde ein Konzertabend voller musikalischer Leidenschaft, witzigen Parodien, gekonnter Improvisation und fast liebenswerter Dramaturgie.

Die ersten zehn Minuten des Konzertes bestreitet Schulz mit seinem langjährigen musikalischen Weggefährten Josef Piek, der seine überragende Fingerfertigkeit im Laufe des Abends mehrmals unter Beweis stellt. Als Apetizer „Bis ans Ende der Welt“, und „Nur mit dir“. Danach eine gekonnte Parodie auf Xavier Naidoos Song „Und ich wollte noch Abschied nehmen“ mit „Ich wollte nur Aufschnitt nehmen“. Mit Mütze und Sweat-Shirt präsentiert sich Schulz als armer Bettler, der statt einer Metzgerei nur noch einen Bioladen vorfindet. Dann sein bekanntester Hit „Sehnsucht“ – atemlose Stille und ein überragender Josef Piek an der Gitarre.

Vor dem Konzert trafen wir Purple Schulz zu einem kurzen Gespräc
  • Vor dem Konzert trafen wir Purple Schulz zu einem kurzen Gespräch.

Schulz kündigt seinen Song „Dumm und reich“ an – das Stichwort für Heinz Rudolf Kunze, der zusammen mit Cajon-Virtuose Wolfgang Stute unter lautem Beifall die Bühne betritt – von nun an machen beide „Gemeinsame Sache“ – und alles scheint so „Kinderleicht“.

Nach der Pause schöpft Kunze aus seinem schier endlosen Songmaterial, zaubert eine Songperle nach der andern aus der prall gefüllten musikalischen Schatztruhe. Kunze versinkt ganz in sich, genießt die intime Art des Konzertes. „Face to face“ mit dem Publikum – diese Art der künstlerischen Darbietung hat „Mr. Deutschrock“ auch schon in frühen Jahren geschätzt.

„Immer für dich da“, „Meine eigenen Wege“, „Finden sie Mabel“, „Lola“ – letzterer Song avanciert dabei zur Klatsch-Orgie unter den Fans. „Je älter dieser Mann wurde, umso besser wurde er“, unterstrich Kunze und schickt mit „Es geht zu Ende mit dir“ eine Hommage an Johnny Cash.

Zwei grundverschiedene Künstler spielen aus einem Guss, performen auf höchstem Niveau – unterstützt von Josef Piek und Wolfgang Stute, die mit ihrer Musikalität jedem Song das Sahnehäubchen aufsetzen. Schöner kann eine „Gemeinsame Sache“ nicht sein.

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