weather-image
26°

„Frischer Wind“ an der SPD-Basis: Auf Fischer folgt Köhler

BAD MÜNDER. Ein SPD-Mitglied enthielt sich, 15 sprachen sich für den Generationswechsel aus: Der SPD-Ortsverband Bad Münder, Hachmühlen, Brullsen hat Daniel Köhler zum neuen Vorsitzenden gewählt. Der 23-Jährige ist damit Nachfolger von Swen Fischer. Ein Wahlergebnis, das den jungen Sozialdemokraten breit grinsen lässt.

Wechsel an der Spitze des Ortsverbands Bad Münder,Hachmühlen, Brullsen: Auf Swen Fischer (rechts) folgt Daniel Köhler. Foto: Dittrich
dittrich

Autor

Benedikt Dittrich Redakteur zur Autorenseite

„Die Fußstapfen sind groß“, sagte er mit Blick auf seinen Vorgänger Swen Fischer, der im Juli 2013 das Amt übernommen hatte – in unruhigen Zeiten, denn Fischer trat damals die Nachfolge von Thomas Konior an, der die Sozialdemokraten verlassen und überraschend zur CDU gewechselt war.

Nun, vier Jahre später, freute sich der 49-jährige Fischer sichtlich darüber, dass er mit Köhler einen so jungen Nachfolger hat. „Er ist ungefähr so alt wie ich damals“, erklärte Fischer, bezog sich damit aber auf seine Wahl zum stellvertretenden Stadtverbands-Vorsitzenden im Jahr 1990. „Ich konnte mich damals nur halten, weil es Ziehväter gab, die mich unterstützten.“ Die gleiche Unterstützung versprach Fischer nun auch seinem Nachfolger.

Fischer entdeckte in seiner Abschiedsrede noch weitere Gemeinsamkeiten zwischen ihm und Köhler: Beide rückten als junge Sozialdemokraten (Jusos) in die Vorstandsebene der SPD in Bad Münder auf. „Ich hatte damals auch eine ganz schön große Klappe“ erinnert sich Fischer und grinst.

Bei der Mitgliederversammlung des SPD-Ortsverbands machte der abtretende Fischer aber nochmal deutlich: „Es ist eine Übergabe von ganzem Herzen und mit großem Vertrauen.“ Dass Köhler ihn „wegbeißen“ wolle, davon könne keine Rede sein – im Gegenteil: „Den frischen Wind müssen wir ertragen.“ Und Stellvertreter Andreas Przykopanski ergänzte: „Das gilt für den gesamten Vorstand.“

Mit so viel Rückenwind wurde Köhler, der von Fischer zuvor als „emotional gesteuert“ beschrieben wurde, geradezu demütig. In seiner Antrittsrede legte er den Fokus auf die Mitgliederpflege: „Wir müssen wieder öfter raus auf die Straße.“ Der grausame Druck von Rechts, wie Köhler die politische Stimmung im Land schilderte, müsse von der SPD entschieden bekämpft werden. „Das ist eigentlich unsere Ur-Aufgabe.“ Als seine Stellvertreter wurden neben Fischer und Przykopanski einstimmig Luisa Bosse und Helmut Steinwedel gewählt.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare