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Kreisrätin bezieht Position zur Gastschulgeld-Forderung aus Springe

Freiwillig wird der Kreis nicht zahlen

Bad Münder. Gastschulbeiträge für Schüler aus Bad Münder, die das Otto-Hahn-Gymnasium in Springe besuchen, wird es außerhalb der gesetzlichen Regelungen nicht geben – das stellte Kreisrätin Petra Broistedt jetzt auf Nachfrage zur aktuellen Diskussion in Springe fest. Dort hatte sich der Schulausschuss am Mittwochabend darauf verständigt, den Landkreis Hameln-Pyrmont zu Verhandlungen über Gastschulbeiträge aufzufordern.

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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

In der münderschen Politik sorgte der neuerliche Vorstoß gestern vielfach für entnervtes Aufstöhnen. Der Tenor: „Nicht schon wieder.“ Vor zehn Jahren hatte die Diskussion um Gastschulbeiträge hohe Wellen geschlagen, nachdem die Ankündigung aus Springe, ohne Zahlungen keine Münderaner am OHG mehr aufnehmen zu wollen, viele Eltern beunruhigt hatte. Damals wurde die Situation nach monatelanger Auseinandersetzung durch eine Einmalzahlung in Höhe von 450 000 Euro für drei Jahre geklärt – gleichzeitig aber auch auf Hameln-Pyrmonter Seite deutlich gemacht, dass es zu einer weiteren „freiwilligen Leistung“ nicht kommen werde.

Diese zehn Jahre alte Position unterstrich gestern auch die Kreisrätin. Eine gesetzliche Verpflichtung zur Zahlung bestehe erst dann, wenn der Anteil der Schüler aus einem anderen Kreis 25 Prozent oder mehr betrage. Das allerdings ist bei derzeit rund 175 Münderanern unter den 1100-OHG-Schülern nicht gegeben.

„Was will man denn in Springe? Will man Schüler aus Bad Münder künftig fernhalten?“, fragt Broistedt. Sie weiß, dass die Qualität einer Schule auch in engem Zusammenhang mit der Schülerzahl gesehen werden muss. „Ich denke doch, dass die Springer sich glücklich schätzen können, wenn sie Schüler aus dem Landkreis Hameln-Pyrmont bekommen.“

Beim Landkreis werde man, falls eine entsprechende Anfrage aus Springe komme, sie ordnungsgemäß abarbeiten. „Dann müssen die Springer aber auch damit rechnen, dass wir mal fragen, ob sie Gastschulgeld für den Besuch unserer KGS zahlen wollen.“

Anfragen aus der Region Hannover zu Gastschulbeiträgen erreichten den Landkreis sonst insbesondere zum Bereich der Berufsschulen. „Wir haben Schüler, die bis nach Hannover pendeln müssen, weil unsere Berufsschulen nicht alle Berufsfelder vorhalten. Auch da zahlen wir nur streng nach Schulgesetz, nicht auf freiwilliger Basis. Warum sollten wir auf freiwilliger Basis zahlen? Macht sonst auch niemand“, so Broistedt.

Im Gegenzug fordere der Landkreis aber auch keine Gastschulbeiträge ein: „Wir unterlassen alles, was dazu führen könnte, dass weniger Schülerinnen und Schüler an unsere Schulen kommen. Wir freuen uns über jeden, der da ist.“

Auch Bürgermeister Hartmut Büttner reagierte gestern auf die Signale aus Springe – er zeigte sich enttäuscht: „Schade, dass diese Diskussion erneut entbrennt“, erklärte er. Das gute nachbarschaftliche Verhältnis werde dadurch belastet. An der KGS würden auch Springer Schüler unterrichtet, ohne dass dafür Geld verlangt werde. Für ihn stehe außer Frage, dass die Schüler im Landkreis auch im Landkreis beschult werden können.

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