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Grüne leiten überfraktionelle Diskussion ein

"Freiräume" lassen in der Bauleitplanung

Samtgemeinde Nienstädt (han). Einen fraktionsübergreifenden Dialog hat die Grünen-Fraktion des Samtgemeinderats Nienstädt bei ihrer Winterklausur führen wollen. Daher war die Tagung in der Gaststätte "Zum Sportpark" in Südhorsten für jeden offen. Unter den Teilnehmern befanden sich unter anderem Vertreter der CDU- und SPD-Fraktionen des Gemeinderats Helpsen sowie Gäste aus Bückeburg, Stadthagen und Nienstädt.

Vier Gastreferenten sind der Einladung des Vorsitzenden der Grünen-Fraktion, Friedrich Deventer, gefolgt. Deren Vorträge behandelten im Wesentlichen zwei zentrale Fragen: Wie bereitet sich die Bauleitplanung auf die Zukunft vor? Und welche Möglichkeiten haben Kommunen, sich auf den bevorstehenden Klimawandel einzustellen? Zur ersten Fragestellungäußerte sich Wolfgang Hanke. Der Hesper Landschaftsarchitekt wies auf das Problem der "Lücken" und Leerstände hin. Da es in zentralen Gemeinderegionen viele Baulücken und leer stehende Gebäude gibt, stelle sich die Frage, ob und in welchem Umfang künftig noch Baugebiete ausgewiesen werden sollen. Eine Reduktion des Flächenverbrauchs sei besonders für die Samtgemeinde Nienstädt von Bedeutung, da Nienstädt eine der am dichtesten besiedelten Gemeinden Niedersachsens sei. Hanke wies darauf hin, dass "Freiraumschutz" deswegen nötig sei, da Ackerflächen aufgrund des Rohstoff- und Nahrungsbedarfs zunehmend an Bedeutung gewännen. Deventers Prioritäten: Zunächst müssten Leerstände beseitigt werden. Anschließend sollen "Lücken" bebaut werden. Erst danach dürften neue Baugebiete ausgewiesen werden. Zur zweiten Problemfrage nahm unter anderem der Bremer Ingenieur Jürgen Dahlues Stellung. Er erklärte, dass es ein großes Potenzial zur Energie- und Kosteneinsparung gebe, das erkannt und nutzbar gemacht werden müsse. Zunächst müssten sich die Gemeinden bewusst werden, welche Gebäude sie besitzen und wie diese genutzt werden. Danach sei eine Energieuntersuchung an den Bauwerken zu machen. Ziel: weitgehende Unabhängigkeit von Energieversorgern. "Heutzutage sind 50 bis 80 Prozent Kosteneinsparung keine Utopie mehr", sagte der Ingenieur. Der Trend gehe zu regenerativen Energietechniken.

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