weather-image
24°
Vor Gericht: Schiedsrichter zu Boden getreten

Freiheitsstrafe für brutalen Fußballer

Rinteln (wm). Ein ehemaliger 30-jähriger Spieler des Vereins Wesertürk Rinteln ist vom Amtsgericht Bückeburg wegen eines Angriffs auf einen Schiedsrichter jetzt zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten auf Bewährung verurteilt worden.

Der Kreisklassen-Spieler hatte am 28. August vorigen Jahres in Obernkirchen im Ochsenbruchstadion dem Schiedsrichter Andreas W., 45, derart brutal in den Rücken getreten, dass der Referee bewusstlos zu Boden gegangen ist und mit dem Rettungswagen in das Krankenhaus Bethel in Bückeburg eingeliefert werden musste. Der Rintelner Rechtsanwalt Heinrich Sasse, selber aktiver Schiedsrichter, hatte die Rechtsvertretung des verletzten Schiedsrichtersübernommen. Die Staatsanwaltschaft hatte es ursprünglich bei einem Bußgeld bewenden lassen wollen, Sasse angesichts der Brutalität des Angriffs aber auf eine Verhandlung gedrängt. Auslöser der Attacke war das Foul eines Obernkirchener Spielers im gegnerischen Strafraum an einem Wesertürk-Spieler gewesen, der daraufhin zu Boden ging. Daraus entwickelte sich erst ein Wortgefecht, dann ein Handgemenge, in dessen Verlauf der Schiedsrichter einen Wesertürk-Spieler verwarnte. Immer mehr Spieler mischten sich ein, es sei eine "tumultartige Situation" gewesen, wie sich Zeugen erinnerten, worauf der Schiri drei Wesertürk-Spieler mit der roten Karte vom Spielfeld schickte. Daraufhin rastete der jetzt verurteilte Spieler aus und sprang "wie ein Kampfsportler" - so Aussagen - dem Schiedsrichter in den Rücken. Auf den Täter kommen jetzt noch Schmerzensgeld und Schadenersatzforderungen zu.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare