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100-Jähriges mit Bildern, Talk und Theater / Gleichberechtigung und Frauenbewegung sind Thema

Frauentag: Forderung nach „Brot und Rosen“

Bad Münder (mow). „Wir wollen Brot und Rosen“: Die zentrale Forderung des Internationalen Frauentages stellte Ulrike Hoffmann-Bürrig, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, gemeinsam mit dem Vorsitzenden des DGB-Ortsverbandes, Axel Berndt, im Martin-Schmidt-Konzertsaalfoyer vor. Zum 100-jährigen Jubiläum des Frauentages hatte die Gleichstellungsbeauftragte gemeinsam mit dem DGB einen abwechslungsreichen Abend organisiert.

„Frauen und Arbeit“ ist das zentrale Thema einer Talkrunde. Margret Luther, Erika Dittrich, Aline Lerch, Petra Jouma

Gitarrenmusik von Katherine Delgado von der Jugendmusikschule empfing die Besucher des Empfangs, der dem Programm vorgeschaltet war. Serviert wurden zum Sekt Laugenbrezeln – passend zum Motto „Brot und Rosen“. Brot stehe unter anderem für gleiche Chancen beim Broterwerb, menschengerechte Arbeitsbedingungen und eigenständige soziale Sicherung für Frauen, erläuterte Hoffmann-Bürrig: „Die Rosen stehen für familiengerechte Arbeitswelt, menschenwürdige Umwelt und Toleranz.“ Wenn auch in den vergangenen einhundert Jahren vieles für die Frauen erreicht wurde, so gibt es dennoch eine Menge zu tun, so das Fazit ihrer Ansprache.

Im Anschluss eröffnete Thomas Slappa von der GeTour eine Ausstellung der Reihe „Frauen im Foyer“. Frauen aus dem Schaumburger Land haben sich zur Gruppe Artego zusammengeschlossen und zeigen bis zum 1. Mai ihre Arbeiten im Foyer des Konzertsaals. Die Bandbreite reicht von Skulpturen über eigenwillige und geheimnisvolle Porträts, von Landschaftsbildern bis zu Abstraktem.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Talkrunde auf der Bühne. Moderiert von Aline Lerch von Radio Aktiv berichteten die Personalratsvorsitzende der Stadtverwaltung Erika Dittrich, die Kirchenvorstandsvorsitzende der Petri-Pauli-Gemeinde Margret Luther, Petra Joumaah vom Arbeitskreis gegen Ausländerfeindlichkeit und Ines Rasch von der Beratungsstelle der Arbeitsloseninitiative Bad Münder von ihren persönlichen und beruflichen Erfahrungen zum Thema Gleichberechtigung. Hierbei ging es besonders um das Thema Frauen und Arbeit. Schließlich dürfen Frauen erst seit 1977 ohne die Erlaubnis ihres Ehemannes einer Arbeit nachgehen und in den 50er bis 60er Jahren gehörte der Satz „Meine Frau muss nicht arbeiten“ noch zum normalen Sprachgebrauch. Resultate der Gesprächsrunde waren, dass die Rahmenbedingungen es immer noch schwer machen, einen Vollzeitarbeitsplatz mit Familie zu vereinbaren, dass es zu wenige Teilzeitarbeitsplätze in führenden Positionen gibt, dass auch das alte Rollenverständnis immer noch tief in den Köpfen von Männern und Frauen sitzt. Besonders problematisch sei dies bei Personen mit niedrigem Bildungsstand – bei ihnen werde die Rolle der Frau als „Hausfrau und Mutter“ noch als selbstverständlich angenommen oder als Flucht aus der Arbeitslosigkeit angesehen.

Artego-Mitglieder Martina Reis und Jutta Wildhagen stellen ihre Arbeiten vor.
  • Artego-Mitglieder Martina Reis und Jutta Wildhagen stellen ihre Arbeiten vor.
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