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Bad Eilser auf Messe in Mumbai / Auftrag der Deutschen Textilindustrie / Spezial-Maschine konstruiert

Frank Nocon inszeniert "Modenshow" in Indien

Bad Eilsen/Mumbai (tw). Freude bei Frank Nocon: Der Chef des Bad Eilser Künstlernetzwerks "art& acting" hat den Auftrag für eine Mode-Inszenierung in Mumbai (früher: Bombay, Indien) erhalten. Auftraggeber ist die Deutsche Textilindustrie. "Es ist der spektakulärste Auftrag zum Thema Mode, den ich bislang hatte", sagt Nocon. Dabei handelt es sich nicht um eine Modenschau, sondern eine "Modenshow". Auf dem Papier macht das nur einen kleinen Unterschied; in der Realität aber ist der entscheidend. Inzwischen erhält der Künstler und Konzeptionist immer mehr Orders für außergewöhnliche Inszenierungen, immer mehr auch aus dem Ausland.

Frank Nocon vor dem Auftritt: eine Visagistin legt in der "Maske

Konkret: Der Bad Eilser wird auf der internationalen "techtextil"-Messe im Bombay Exhibition Centre in Mumbai zwischen dem 8. und 13. Oktober drei Mal täglich für jeweils 20 Minuten Models aus Deutschland und Indien über den Laufsteg schicken, die "Technik-Textilien" tragen; weil die von 100 Ausstellern beschickte Messe, die erste ihrer Art in Indien, unter dem Motto "Technik und Innovation steht", ist das etwa Kleidung aus Aluminium. Wobei "Laufsteg" eigentlich falsch ist, denn: "Die Models laufen nicht, sie schweben", betont der Schauspieler - und verrät auch gleich den Trick dieser Inszenierung: "Die Models fahren auf drei Maschinen, die, für die Zuschauer nicht sichtbar, vor, zurück und im Kreis rollen können." - "Moving Human" (Mensch in Bewegung) nennt sich die von Nocon ausgetüftelte Innovation, für deren technische Umsetzung er einenMaschinenbauer mit ins Boot geholt hat. Unter den Kostümen sind Schläuche angebracht, aus denen Nebel quillt. "So", sagt der Bad Eilser, "wird die Illusion des Schwebens perfekt." Insbesondere in dem Moment seiner Inszenierung, an dem Nocon eine Vertikalseil-Artistin im Hightech-Kostüm gleichsamin die Luft schickt. Auch er selbst hat bei den Darbietungen in Indien einen Auftritt - als fahrender Roboter. Derzeit werden die Kostüme für die Mumbai-Messe von der Experimental-Designerin Claudia Krug in Hannover geschneidert. "Neben Aluminium verwendet sie dabei auch den Stoff, mit dem Christo seiner Zeit den Reichstag verhüllte", sagt Nocon. Selbst aus ausrangierten Autoreifen hat die Hannoveranerin unter dem Stichwort "Gummilösung" schon Vorzeigbares gezaubert. Und aus Abluftrohren, Tetrapacks, ja selbst aus Weingummi (!) nicht minder. An den Auftrag der Deutschen Textilindustrie für die Messe in Mumbai ist Nocon per Mundpropaganda gekommen: "Ich habe das Konzept geschrieben - und das kam an." Weil Indien in der Fachwelt als Textil-Leistungszentrum mit immensen Wachstumschancen gilt, wollen auch die Deutschen dort den Fuß in der Tür behalten. Und sich dabei - wie in Kürze in Mumbai - mit Hilfe der Inszenierungen des Bad Eilsers als Hersteller von Hightech-Kleidung für die Belange der Arbeitswelt empfehlen. Stoffe, die weder brennen noch zerreißen können.

Eine Nocon-Inszenierung der besonderen Art präsentierten kürzlic
  • Eine Nocon-Inszenierung der besonderen Art präsentierten kürzlich Models bei der Fashion-Show für die Jean Charles de Castelbajac (Hâute Couture Paris).
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