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Akzente soll 2009 aus dem Bürgerhaus ausziehen / Kirstin von Blomberg: Ohne Alternativräume Ende des Vereins

Förderverein geschockt: Stadt will Räume kündigen

Rinteln (wm). Die Stadt Rinteln will den Nutzungsvertrag mit dem Akzente-Förderverein im Bürgerhaus nicht weiter verlängern. Der Förderverein soll Ende nächsten Jahres aus dem Bürgerhaus ausziehen, weil die Räume für eine Umorganisation des Stadtarchivs und die Touristinformation gebraucht werden. So steht es in einer Verwaltungsvorlage für die Sitzung des Verwaltungsausschusses am 5. November.

Kirstin von Blomberg zeigte sich von dieser Entwicklung "völlig überrascht" und hat in einem Gespräch mit Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz zumindest erreicht, dass der Vorstand des Akzente-Vereins am heutigen Montag vor der entscheidenden Verwaltungsausschusssitzung am 5. November erst mit den Fraktionen sprechen kann. Nicht ohne Grund fürchtet man nämlich inzwischen im Vorstand, die Leistungen des Vereins könnten manchen Politikern unbekannt geblieben sein, mehr noch, das Image des Vereins zu sehr von der "Wohlfühlzeit" mit Fußmassage und esoterischen Angeboten geprägt worden sein. Hier stellte Kirstin von Blomberg richtig:Angeboten würde die "Wohlfühlzeit" zwar von Vereinsmitgliedern, der Verein selbst sei aber nicht beteiligt, sondern vermiete nur die Räume für diese Veranstaltungsreihe - auch um Einnahmen zu erzielen. Sie erinnert, der Verein habe, anders als andere soziale Gruppen, nie Zuschussanträge an dieStadt gestellt. Der Förderverein, 2004 als Leader-Plus-Projekt gegründet und von der EU gefördert, hatte im März 2005 die Räume im Bürgerhaus am Markt bezogen - rund 70 Quadratmeter, ausgebaut als Büroräume mit einer kleinen Küche und Toilette. Kirstin von Blomberg schilderte, der Förderverein sei mit seiner Arbeit auf Räume angewiesen: "Das können wir nicht ein einem Café oder einem Gaststättensaal machen." Vor allem deshalb nicht, weil vom Förderverein Frauen in Notlagen beraten werden, Frauen mit Migrationshintergrund, die Kontakte suchen, Frauen, die nach einer Zeit der Arbeitslosigkeit in den Beruf zurückkehren wollen oder ein Unternehmen gründen, alles Gespräche, die einen Rahmen der Vertraulichkeit voraussetzen. Der Verein arbeitet gemeinnützig, alle Mitglieder sind ehrenamtlich tätig. Antje Rinne (WGS) hat sich als erste Kommunalpolitikerin zu der Situation zu Wort gemeldet und sich die Räume im Bürgerhaus angesehen: "Es ist schwer vorstellbar, dass diese von den Vereinsmitgliedern hergerichteten Büroräume wieder Lagerräume werden sollen." Sie schlägt vor, sollte die Verwaltung auf die Räume nicht verzichten können, müssten dem Förderverein auf alle Fälle andere Räume zur Verfügung gestellt werden. Kirstin von Blomberg warnt: "Es würde den Anfang vom Ende für den Verein bedeuten, wenn heute schon feststeht, dass wir Ende 2009 endgültig aus den Räumen ausziehen müssen, ohne dass es Zusagen von der Stadt für Alternativunterkünfte gibt."

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