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Förderverein des Präventionsrats erinnert an beinahe vergessenes Projekt

Fluchtpunkte „entstauben“

Lindhorst (gus). Das Konzept der öffentlichen Zufluchtsorte für Kinder in Lindhorst soll aufgefrischt werden. Dies ist bei einer Sitzung des Fördervereins des Präventionsrats geäußert worden. Anlass ist der Start des Projektes „Kindernotinseln“ auf Landkreis-Ebene.

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Im Zuge dieser Initiative sollen die örtlich bereits bestehenden Konzepte erneuert werden. In Lindhorst wurden die „Notinseln“ vor gut fünf Jahren Fluchtpunkte genannt. Zahlreiche Geschäfte beteiligten sich daran und sind streng genommen auch heute noch potenzielle Zufluchtsorte für Hilfe suchende Kinder.

Doch die Mitglieder des Präventionsratsvereins sind der Auffassung, dass kaum ein Kind noch von den Fluchtpunkten weiß und es möglicherweise auch bei den Mitarbeitern der beteiligten Geschäfte an Kenntnis der Hilfsfunktion hapert. Schließlich sei seit einigen Jahren nicht mehr über das Projekt gesprochen worden. Darüber hinaus existieren manche der Betriebe gar nicht mehr, die sich einst in die Liste eintragen ließen.

Immerhin sind an zahlreichen Stellen in Lindhorst noch die Aufkleber mit dem Logo der Aktion zu sehen. Nämlich an den Schaufenstern der Fluchtpunkte. Diese sollen den Kindern signalisieren, wo sie im Notfall Schutz finden können. Die Aufkleber zeigen ein Haus mit Spitzdach und zwei ausgestreckte Hände. Gestaltet hat es im Frühjahr 2006 Yannik Riegler und damit einen vom Präventionsrat ausgelobten Preis gewonnen.

Doch so groß die Freude beim Fördervereins-Vorsitzenden Ludger Westermann darüber ist, dass die Aufkleber nach all den Jahren noch aussehen wie neu, so sicher ist er sich auch, dass sie derzeit wohl keinem bedrohten Kind nutzen dürften. Zu sehr ist die ganze Sache in Vergessenheit geraten.

Daher soll der noch neu zu gründende Präventionsrat den Sinn und Zweck der Fluchtpunkte beziehungsweise „Kindernotinseln“ wieder auffrischen und das Projekt „entstauben“. Wie genau dies geschieht, wurde in der Fördervereinssitzung noch nicht festgelegt, da der Verein selbst nicht mehr handelnd auftreten soll, sondern nur noch als Geldgeber des künftigen kommunalen Präventionsrats fungieren wird. Das neue Gremium übernimmt dann die Rolle des Präventionsrats, der früher als gemeinnütziger Verein agierte, und setzt auch, sofern dahin gehend Konsens besteht, die bereits existierenden Projekte fort.

Einige Pläne gibt es hinsichtlich des „Entstaubens“ bereits. Abgesehen vom erneuten Publikmachen der Fluchtpunkte soll es alle zwei Jahre Informationsveranstaltung in der Grundschule geben, bei der den Schülern der ersten und zweiten Klassen erklärt wird, wo sich die Fluchtpunkte befinden und dass sie dort immer dann um Hilfe bitten können, wenn sie es für nötig halten.

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