weather-image
75 Prozent der Hamelner Gewerke aus Konjunkturpaket II an heimische Firmen vergeben

Finanzspritze des Bundes belebt das Handwerk

Hameln (HW). Etwas mehr als 2,2 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung investiert die Stadt Hameln überwiegend in die energetische Sanierung der städtischen Schulen. Die meisten Aufträge sind zwischenzeitlich vergeben, zum größten Teil ist bereits mit den Instandsetzungsarbeiten begonnen worden, wird die nun bevorstehende Ferienzeit dazu genutzt, die Gebäude für den künftigen Schulbetrieb auf Vordermann zu bringen.

Zuversichtlich: Kreishandwerksmeister Karl-Wilhelm Steinmann.

Hameln (HW). Etwas mehr als 2,2 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung investiert die Stadt Hameln überwiegend in die energetische Sanierung der städtischen Schulen. Die meisten Aufträge sind zwischenzeitlich vergeben, zum größten Teil ist bereits mit den Instandsetzungsarbeiten begonnen worden, wird die nun bevorstehende Ferienzeit dazu genutzt, die Gebäude für den künftigen Schulbetrieb auf Vordermann zu bringen. Einige Arbeiten wie die Aufstockung, Fassaden- und Dachsanierung des Schiller-Gymnasiums oder Fenstererneuerung an der Basbergschule sind bereits abgeschlossen. Auch die ausstehende Überdachung der Hochzeitshaus-Terrasse und das noch vom Rat zu beschließende begehbare Rattenfänger-Theater im Museum sollen aus diesem Topf finanziert werden. Der Eigenanteil der Stadt Hameln am Konjunkturpaket II, das nach dem Willen der Bundesregierung dem örtlichen Handwerk durch die Krise helfen soll, beträgt 550 000 Euro. Etwa 75 Prozent des Gesamtvolumens von rund 2,2 Millionen sind nach Angaben der Verwaltung in die heimische Wirtschaft geflossen.

„Ja, die Auswirkungen des Konjunkturpakets II sind spürbar“, bestätigt Kreishandwerksmeister Karl-Wilhelm Steinmann und weiß von einer guten Auftragslage der Hameln-Pyrmonter Handwerkerschaft zu berichten: „Bei den Schulen, die gerade landkreisweit energetisch saniert werden, sieht man schon, dass viele heimische Firmen beschäftigt sind.“ Aber für den Kreishandwerksmeister hätte es ruhig noch mehr sein können, denn zahlreiche Aufträge seien auch nach außerhalb gegangen. „Haushaltsstützung der Kommunen ist das eine, die Konjunkturbelebung das andere“, sagt Steinmann, der seine Kritik aber relativiert: „Im gesamten Landkreis Hameln-Pyrmont ist einiges aus dem Konjunkturpaket II bei den Handwerksbetrieben angekommen, und es führt nach wie vor dazu, dass die Betriebe zu tun haben und ihnen geholfen ist.“

Zu vermehrten Einstellungen habe die Finanzspritze aus Berlin allerdings nicht geführt. „Im Vorfeld war zu viel weggebrochen. Da haben die Firmen nicht großartig entlassen, dafür jetzt aber auch nicht groß eingestellt“, sagt Steinmann, der die Auftragsbücher der Handwerksbetriebe noch bis spätestens Anfang 2011 gefüllt sieht. Dann aber werde es schlagartig vorbei sein mit öffentlichen Aufträgen.

Der Kreishandwerksmeister ist jedoch weit davon entfernt, ein finsteres Zukunftsbild zu malen: „Wenn sich die Prognosen bestätigen und sich die aktuellen Wirtschaftsdaten verfestigen, wird es einen Nachholbedarf bei der Industrie geben.“ Zahlreiche Unternehmen hätten angesichts der Krise in den zurückliegenden zwei, drei Jahren auf bereits geplante Investitionen verzichtet. Auch in den privaten Haushalten sieht Steinmann eine vermehrte Bereitschaft, in vorhandenes Eigentum zu investieren. „Wegen der Finanzkrise in Griechenland haben viele Menschen Angst vor einem drohenden Geldwertverlust. Da fällt die Entscheidung leichter, Ersparnisse und vorhandenes Kapital in Ausbauten zu stecken; „beispielsweise für einen Parkettfußboden oder ein schönes Badezimmer“, erhofft sich der Bauunternehmer aus Emmerthal, der selbst den Zuschlag für den Umbau der Abraham-Lincoln-Schule in Bad Münder („ohne diesen Auftrag hätte ich mein ganzes Team in Kurzarbeit schicken müssen“) bekommen hat, neue Impulse für den gewerblichen Mittelstand. Aber auch die im Landkreis Hameln-Pyrmont ins Leben gerufene Klimaschutzagentur, an der sich das Handwerk beteiligt, werde für Beschäftigung in den heimischen Betrieben sorgen. Die energetische Sanierung auch privater Bauten und Eigenheime sei ein Markt der Zukunft und brächte viel Bewegung, ist sich der Kreishandwerksmeister sicher.

Während laut Steinmann einige Zünfte wie das Friseurgewerbe expandierten und Druck auf die Preise ausübten, sehe die Zukunft für den Hoch- und Tiefbau sowie das Kraftfahrzeuggewerbe weniger rosig aus. „Gebaut wird künftig eher weniger. Und die Kfz-Branche hat im vergangenen Jahr noch von der Abwrackprämie profitiert. Aber jetzt geht’s bergab“, glaubt Steinmann.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare