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Tumultartige Jahreshauptversammlung / Peter Przykopanski schmeißt hin / Restvorstand folgt ihm

Fiasko: Schützen 07 stehen ohne Vorstand da

Bad Münder (hm). Rieseneklat beim Schützenverein von 1907. Zwei Jahre nach dem ereignisreichen 100-jährigen Jubiläum endete die Jahreshauptversammlung am Wochenende vorzeitig mit einem Fiasko. Zunächst konnte die Position des 1. Vorsitzenden nicht besetzt werden, und im Verlaufe der weiteren Wahlgänge hatten die übrigen Vorstandsmitglieder hingeschmissen.

Damenleiterin Monika Henke (mit Mikrophon) im Wortgefecht mit dr

Der Verein hat derzeit keinen gewählten Vorstand mehr. Fazit: Der stellvertretende Vorsitzende Dieter Kölle brach die Jahresversammlung an diesem Punkt ab und erklärte, dass nun eine außerordentliche Versammlung eine Lösung bringen soll.

Bei der turnusmäßigen Wahl zum Vorsitzenden kam es zum Eklat. Es wurde Wiederwahl von der Versammlung beantragt. Darauf verlangte Claus Pipial für alle zur Wahl stehenden Positionen um geheime Wahl, was das Fass der schlummernden Emotionen zum Überlaufen brachte.

„Nach 43 Jahren Mitgliedschaft, davon 29 Jahre Vorstandsarbeit und 17 Jahre als Vorsitzender trete ich nur wieder an, wenn gewisse Handlungen im Verein vorher ausgemerzt werden“, begründete Przykopanski seine Nichtkandidatur. Es soll derjenige Kandidat zum Vorsitzenden gewählt werden, der den Verein in diesen wirtschaftlichen Zeiten besser leiten würde als er.

„Ich werfe dem Vorsitzenden vor, dass er wie ein Diktator nach dem Motto „Ich bin hier der Chef“, den Verein führt. Die Mitglieder werden nicht gefragt“, bemängelte Claus Pipial. In der Hitze der Debatte kamen dann persönliche Angriffe der Familie Pipial und von Vorstandsmitgliedern ins Spiel, die in großer Heftigkeit ausgetragen wurden. Fehlende Meldungen zu Kreismeisterschaften, Bezahlung von Wettkampfgebühren aus eigener Tasche, Eigenmächtigkeiten zu Veranstaltungen, Sticheleien gegen Vorstandsmitglieder im Untergrund, Nichtübernahme von Verantwortung und Bevorzugung von Einzelpersonen. Das waren nur einige der Vorwürfe.

Dann legte der zweite Vorsitzende sein Amt nieder und kurz darauf der gesamte Vorstand. „Ich musste die Reißleine ziehen, um noch größeren Schaden vom Verein abzuwenden. Wie es weiter gehen soll, weiß ich nicht. Unser Ehrenrat wird nun als erster tätig, dann wird in kürze eine außerordentlich Versammlung folgen, mit dem Ziel, einen Vorstand zu wählen.“

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