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Margarete Passon (83) reagiert geistesgegenwärtig / Trotz Schäden feiert die ganze Familie Weihnachten

Feuer gelöscht und gleich die Küche geputzt

Bernser Landwehr (la). Als Margarete Passon am Freitag gegen 23 Uhr ins Bett gehen wollte und vom Wohnzimmer in den Flur ging, schlug ihr beißender Qualm entgegen. Sofort stellte die 83-Jährige fest, dass es in der Küche auf dem Herd brannte. Mit einer Decke erstickte sie die Flammen und verhinderte so Schlimmer es.

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Nachdem die Gefahr gebannt war, ging Margarete Passon aber nicht in das Unterschoss des Hauses im Hessenweg zu ihrem Sohn und ihrer Schwiegertochter, sondern fing an zu putzen. "Ich wollte die Kinder nicht wecken und erschrecken", erklärt die 83-Jährige ihr Handeln. Drei Stunden lang hat sie in der verqualmten Küche gestanden, um den dicksten Ruß zu entfernen. Danach ging sie ins Bett. Viel geholfen hat die Putzaktion nicht, denn durch das Feuer war die gesamte Wohnung verrußt. Die erst vor drei Jahren weiß gestrichenen Wände sind schwarz. Auf allen Möbeln hat sich eine schwarze Schicht abgesetzt. Wahrscheinlich hatte Margarete Passon versehentlich den Herd eingeschaltet und die darauf stehenden Kunststoffteile waren in Brand geraten. "Ich denke das ist beim Putzen passiert, denn gekocht hat unsere Omi nicht", sagte Peter Passon. Der Sohn und seine Ehefrau Gabriele haben von der nächtlichen Gefahr nichts bemerkt. Erst morgens, als Peter Passon, der die Schaumburger Zeitung austrägt, von seiner Runde nach Hause kam, bemerkte er, dass im Obergeschoss alles dunkel war. "Eigentlich brennt da wenigstens schon die Weihnachtsbeleuchtung", so Peter Passon. Dem Geruch folgend kam er ins Obergeschoss und sah die wenig weihnachtliche Bescherung. "Zum Glück ging es unserer Omi gut. Sie hat uns vor Schlimmeren bewahrt. Sogar die Hauptsicherung für ihre Wohnung hatte sie ausgeschaltet, bevor sie ins Bett gegangen ist", erzählt Passon. Froh ist er auch darüber, dass die 83-Jährige keinen gesundheitlichen Schaden davongetragen hat. "Sie hat drei Stunden in dem Qualm gestanden und geputzt und danach in ihrem völlig verqualmten Schlafzimmer geschlafen. Das hätte ganz übel ausgehen können", so Peter Passon. Von ihrer Ärztin hat Margarete Passon ein Spray verordnet bekommen, dass die Reizung der Lunge lindert. Die Eheleute haben ihr Schlafzimmer für die Omi geräumt und sich ein Matratzenlager im Wohnzimmer eingerichtet. "Wir müssen schauen, wie wir das anders lösen, denn um auf dem Fußboden zu schlafen, sind wir doch schon zu alt", sagte Peter Passon schmunzelnd. Das Krankenbett der Mutter sei einfach zu schwer. "Das können wir nicht mal eben nach unten tragen", erzählt Peter Passon. Trotzdem muss eine Lösung gefunden werden, mit der die Familie einige Wochen leben kann. Der Gutachter der Versicherung hat zwar grünes Licht für die notwendigen Aufräum- und Renovierungsarbeiten gegeben, aber "in diesem Jahr kommt wohl keine der speziellen Reinigungsfirma mehr", meint der Versicherungsvertreter. Ohne professionelle Hilfe schaffen es Gabriele und Peter Passon aber nicht, die Wohnung ihrer Omi wieder bewohnbar zu machen. "Die Wände und Decken müssen gereinigt und zum Teil neu tapeziert werden. Alles muss gewaschen oder abgewaschen, die Teppiche und die Kleidung gereinigt werden. Das wird schon etwas dauern", sagt Peter Passon. Trotzdem will die gesamte Familie und dazu gehören noch "Omis" beiden Enkeltöchter mit Partnern und die zwei Monate alte Ur-Enkeltochter Luna, gemeinsam im Hessenweg Weihnachten feiern.

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