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Für ein ungewöhnliches Quartett ist Skurrilität Trumpf, weniger dagegen das klassische Entertainment

"Fette Show" - aber das Publikum bleibt aus

Bad Eilsen (sig). Ein ungewöhnliches Quartett war es schon, das sich da am Sonnabend auf der Bühne des nur sehr mager besetzten Kurtheaters präsentiert hat. Zumindest in dieser Hinsicht gab es keine Assoziation zu dem Begriff "Fette Show". Und auch das Programm war schon etwas gewöhnungsbedürftig, weil es auf der einen Seite keinen durchgängigen roten Faden hatte und zudem nicht im gewünschten Maß Anlass bot, das kleine Häuflein der Zuschauer wirklich mitzureißen.

Im Grunde war jeder der vier Akteure zugleich auch sein eigener Moderator. Es gab wenige Möglichkeiten, sich gegenseitig den Ball zuzuwerfen. Trumpf war eigentlich die Skurrilität des Dargebotenen. Es ging seltener um Wortwitz, Wortspielereien oder ausgefeilte Monologe, dafür aber umso häufiger um die Möglichkeit, auf unübliche Art und Weise Töne und Geräusche zu erzeugen. Der Ganzkörper-Trommler und Sänger Andi Steil beherrscht dieses Metier besonders gut. "Leben ist Rhythmus", versichert er, und benutzt die unterschiedlichsten Gerätschaften, um das zu beweisen. Dazu gehören ein Miniaturfläschchen, das er aus der Jackentasche holt, oder einfach nur der Mund, mit dem er zum Beispiel die Geräusche eines Kaffeekochers nachahmt. Der Berliner Detlef Winterberg zeigte zur Abwechslung einige Fingerfertigkeiten beim Umgang mit bunten Tüchern und Zigaretten oder mit einem Jonglierstab. Der ausgebildete Schauspieler Thomas Müller ging aktuell auf die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft ein, in dem er seine Qualitäten als Rundfunkreporter auf die Probe stellte. Für eine durchgehende La-Ola-Welle waren jedoch die Reihen im Theater zu dünn besetzt. Die einzige Frau in dem Quartett mischt besonders kräftig auf. Heike Schneider sei ziemlich durchgeknallt und in keine Schublade einzuordnen, wird im Programmflyer angekündigt. Dem ist schlecht zu widersprechen. Sie ist sicherlich die schrillste Figur dieser von Frank Noçon vermittelten Show. Die wie ein Wirbelwind wirkende Entertainerin hält es inzwischen für an der Zeit, den Bauchnabel zu enttabuisieren. Den ihren hatte sie mit Farbe rot umrandet und wollte damit mit gutem Beispiel vorangehen. Ein Zuschauer machte mit, die anderen hielten sich zurück. Beim Beginn der Badesaison wird sich das sicherlich ändern. Aber wer achtet dann schon darauf ...

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