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Wenn Deutschland spielt, wollen alle Münderaner live dabei sein – Arbeit hin oder her

Fernseher im Büro, Schluss nach vierter Stunde

Bad Münder (st). Kein Ereignis zieht weltweit so viele Menschen vor die Fernsehgeräte und Videoleinwände wie die Fußballweltmeisterschaft. Viele Fans nehmen sich extra Urlaub, um keines der Spiele zu verpassen. Doch was machen die Unglücklichen, die arbeiten müssen – und das auch noch, wenn Deutschland spielt (nächstes Spiel: Freitag 13.30 Uhr gegen Serbien)? Da haben sich mündersche Arbeitnehmer und Chefs so einiges einfallen lassen, um auch am Arbeitsplatz das Fußballerlebnis zu ermöglichen.

Sebastian Traut (v.l.), Karsten Konzorr, Benjamin Kessler und Ma

Beim Büromöbelhersteller Wilkhahn steht seit Anfang der Woche ein Fernseher in der Kantine. „Wenn die Mitarbeiter sich ein Spiel ansehen wollen, dann müssen sie Arbeitszeit Arbeitszeit sein lassen, sich ausstempeln, und dann können sie in der Kantine gucken“, sagt Betriebsratschef Olaf Stender. Für das Deutschlandspiel am Freitag will sich Belegschaft noch etwas einfallen lassen und eine kleine Fußballparty feiern.

Die Kooperative Gesamtschule gibt gleich Lehrern und Schülern nach der vierten Stunde frei. Rektor Edgar Schulz: „Um 11.30 Uhr machen wir Schluss, damit die Kinder bis zum Spiel zu Hause sind. Die Lehrer bummeln Überstunden ab.“ Eigentlich würde erst kurz vor dem Anpfiff der Gong ins Wochenende ertönen. Einen Fernseher im Lehrerzimmer gibt es laut Schulz nicht, aber wenn es ein wichtiges Siel während der Arbeitszeit geben sollte, „könnte man improvisieren.“

Flexible Arbeitszeit bietet für die Mitarbeiter der Stadtverwaltung die Möglichkeit, verschiedene Spiele zu gucken. „Wir haben intern Teams gebildet, die sich absprechen müssen“, sagt Personalamtsleiter Heiko Knigge. Auch bei Haworth könnten die Mitarbeiter in Absprache mit den Meistern und Vorgesetzten „Fußball-Frei“ bekommen, sagt Sprecherin Nastassja Heinz. Bei der Polizei steht laut Kripo-Chef Jürgen Keller zwar ein Fernseher für Nachrichten, Fußballgucken ginge während der Dienstzeit allerdings nicht – vielleicht mal kurz nach dem Ergebnis um die Ecke luschern.

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Besser geht es da den Kellnern und Küchenmitarbeitern in den münderschen Kneipen und Restaurants. Nahezu in jedem Haus stehen Fernseher oder Leinwände für die Kunden. „Da können wir beim Bedienen natürlich auch mal ein bisschen gucken“, sagt Agatino Amoroso, Kellner im Andria.

Während der WM dürfen auch die Mitarbeiter der DRK-Rettungswache in Bad Münder während der Arbeitszeit gucken, sagt Kreis-Rettungsdienstleiter Bernd Gerberding. Natürlich nur, wenn gerade kein Einsatz ist.

Pech haben die Mitarbeiter bei Ardagh. Aufgrund des Schichtbetriebes sei es nicht möglich, die Mitarbeiter das Spiel sehen zu lassen, teilte das Unternehmen auf NDZ-Anfrage mit.

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