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Feiern? Erst wieder ab Samstag 0 Uhr!

Hameln (wul). Still soll's sein an diesen Tagen, um der Kreuzigung und Tötung Christi angemessen zu gedenken. Von Gründonnerstag, 5 Uhr, bis Samstagnacht 0 Uhr, dauern die so genannten Stillen Tage, die gesetzlich festgelegt und vor allem Diskobetreiber einschränken. Die Ankündigung der Uhrzeiten durch die Stadt Hameln haben bei einigen für Irritationen gesorgt.

 

"Doch, die Zeiten sind tatsächlich richtig", sagt Stadtsprecher Thomas Wahmes. Eine laufende Kontrolle, ob sich tatsächlich alle an das Gesetz halten, erfolge nicht, wohl werde aber vorher auf die Regelung hingewiesen. "Wenn wir Anzeigen sehen, dass Tanzveranstaltungen geplant sind, rufen wir an", so Wahmes. Und sollte sich jemand darüber beschweren, dass die Ruhe nicht eingehalten und laute Musik gespielt wird, werde dem Hinweis nachgegangen.

 

Dirk Wuschko, Geschäftsführer der Hamelner Sumpfblume, hält - als Beispiel für einen Diskobetreiber - die Regel für nicht zeitgemäß. Dass ab Punkt 0 Uhr in der Nacht von Samstag auf Sonntag wieder gefeiert und getanzt werden könne, und vorher nur leise Hintergrundmusik gespielt werden dürfe, habe nichts mehr "mit diesem Leben" zu tun.

 

Der Superintendent des Kirchenkreises Hameln-Pyrmont, Philipp Meyer hält die Regelung für richtig. Getragene Musik sei den Ereignissen angemessen. Dass auch der Samstag vor Ostern ruhig verlaufen soll, ist in Anlehnung an Jesus' Tod zu sehen. "Am Samstag lag Jesus noch im Grab", sagt Meyer.

 

Debatten über Lockerungen des Feiertaggesetzes habe es zwar mal gegeben, erinnert sich Klaus Engemann vom Hannoverschen Innenministerium. Sie hätten jedoch eher Sonntage im Allgemeinen betroffen und nicht die so genannten stillen Tage. Ein- oder zweimal im Jahr könne durchaus mal auf die kirchlichen Feiertage Rücksicht genommen werden, so Engemann.

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