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Neue Schautafeln sollen dem Sport gewidmet werden / Gemeinde sucht Sponsoren zum Weitermachen

Fechten und Tontaubenschießen lange vergessen

Bad Eilsen (sig). 204 Jahre höchst wechselvoller Geschichte liegen hinter Bad Eilsen, das im Juni 1802 als Kurort feierlich eröffnet wurde und viele Jahrzehnte das älteste Schwefel-Schlammbad in Deutschland war. Was sich im Laufe dieses Zeitraumes getan und verändert hat, ist Vergangenheit, die niemand mehr lebendig machenkann. Der Heimat- und Kulturverein möchte sie aber wenigstens zu einem Teil in die Erinnerung rufen und kam deshalb auf die Idee, an verschiedenen Punkten rund um den Kurpark stabile Schautafeln mit farbigen Illustrationen aufzustellen.

Die ersten fünf Exemplare stehen - gesponsert von der Sparkasse, vom Kur- und Verkehrsverein, vom Sozialverband Bad Eilsen-Ahnsen, vom Schützenverein des Ortes und vom Heimat- und Kulturverein. Die Gemeinde hatte diese Idee erfreut aufgenommen, wichtige Hilfestellung beim Anbringen der Tafeln geleistet und (wo erforderlich) für die finanzielle "Abrundung" gesorgt. Bürgermeister Horst Rinne unternahm mit dem Sponsorenteam einen Rundgang, um das gelungene Werk in Augenschein zu nehmen und sich im Namen von Rat und Verwaltung zu bedanken. Damit wollte er die Aktion nicht als beendet betrachten, sondern einen Anstoß zum Weitermachen geben. Friedrich Winkelhake, der ursprüngliche Ideengeber, formulierte seine Vorstellungen so: "Wir möchten noch einige solcher Tafeln aufstellen und suchen nach weiteren Spendern, die unsere Aktion auch mit Teilbeträgen unterstützen können. Am Ende soll es ein regelrechter Rundgang werden, für den wir einen Taschenkalender anlegen. Darin können dann zusätzliche Informationen zu allen Motiven gegeben werden." Winkelhake weiß auch schon, welche Themen noch bildlich behandelt werden könnten. Ihm fehlen unter anderem Erinnerungen an die Sportarten, die im Kurort im Laufe der Jahre zum Teil in der Versenkung verschwunden sind. Er erinnerte an den Tontaubenschießstand beim Luhdener Bruch oder an das Fechten mit Säbel und Degen. Immerhin habe 1936 die Ausscheidung für die Olympiateilnahme der deutschen Fechter auf der Tennisanlage in Bad Eilsen stattgefunden. Eine weitere Tafel möchte Winkelhake dem Golfsport widmen. Die Eilser hätten auf einem Platz in der Nähe der Bückeburger Fischteiche gespielt. Er sei 1945 Kleingärten gewichen, die in den Notjahren dazu beitrugen, so manche Ernährungslücke zu schließen. Dass sich einst auf dem Grundstück des heutigen Hallenbades ein Freibad befand, soll ebenfalls nicht in Vergessenheit geraten. Damit nicht genug: Eine weitere Tafel soll der Familie Witte gewidmet werden, dieüber drei Generationen hinweg den örtlichen Bankchef und außerdem zwei Bürgermeister stellte. Sie gründete in Bad Eilsen auch eine Lederfabrik, die nach dem zweiten Weltkrieg abgerissen wurde. Im Bereich des Bergkurparks gab es außerdem einst die Ziegelei Kaiser. An sie möchte man mit einem weiteren Foto erinnern, ebenso an die ehemaligen Militärbaracken, die früher im Englischen Garten standen. Bei Bürgermeister Horst Rinne rennt Friedrich Winkelhake mit diesen Ideen offene Türen ein. Die Gemeinde werde im Rahmen ihrer Möglichkeiten helfen, dass man bei diesem Vorhaben vorankomme, versicherte er nach dem Rundgang durch den Park. Und er ließ danach die Hoffnung anklingen, dass man den Kreis der Sponsoren noch erweitern könne. Der Bürgermeister hofft, dass einige Anrufe bei der Gemeinde oder der Kurverwaltung genau aus diesem Anlass erfolgen. Er stehe Gewehr bei Fuß für solche erfreulichen Gespräche.

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