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Marktplatz: Am Haus Nummer 3 wird die wertvolle Fassade renoviert

Farbe soll alten Stuck schützen

Stadthagen (sk). Von der 115 Jahre alten, relativ gut erhaltenen, aber dennoch schadhaften Stuckfassade des Hauses Nummer 3 am Historischen Marktplatz entfernen Mitarbeiter eines Gebäudereinigungsunternehmens aus Ronnenberg mehrere Schichten eines alten Farbauftrags.

Manfred Röver (r.) und Hausherr Wilhelm Söhlke nehmen die weitge

Hinter einem verhangenen Gerüst vor der Stuckfassade aus Zement tropft und spritzt es in diesen Tagen. Mit einem biologisch abbaubaren Farblöser haben Michael Schuchmann und sein Team die Fassadenoberfläche eingestrichen. Drei Tage benötigte die Lösung zum Wirken. Mit heißem Wasser unter einem Druck von 300 bar wird nundie angelöste Farbe vom Untergrund abgespritzt, die Flüssigkeit in einem Tank gesammelt und vor Ort geklärt. In dieser Woche begutachtet ein Stuckateur aus Hannover die Fassade, die er an notwendigen Stellen ausbessern wird. Die Stuckfassade, 1893 auf einem Ziegelmauerwerk vor die ursprüngliche Fachwerkfassade des alten 370 Jahre alten Hauses "gehängt", hat seitdem vor allem unter Frost und Feuchtigkeit gelitten. Risse seien entstanden, weilübereinanderliegende Schichten von Kunststoffdispersionsfarbe das Abgeben von Nässe nach außen verhindert haben, so Manfred Röver, Fachmann für Pflege und Erhaltung alter Bausubstanz in Schaumburg. Heute seien Fassadenfarben zwar als offenporig beschrieben. Erfolgen jedoch mehrere Anstriche übereinander, sei diese Eigenschaft wohl nicht mehr gegeben, so Röver. Außerdem beginne die Kunststofffarbe zu reißen, weil sie spröde werde, wenn der Weichmacher in der Farbe verhärte. Durch die Risse könne dann wiederum Wasser in den Untergrund eindringen. Die Fassade soll darum nach ihrer Restaurierung mit Mineral- oder Silicatfarbe gestrichen werden. Diese bilde keine Schicht auf dem Putz, sondern ziehe in den Untergrund ein.

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