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Falsche Wasserwerker bestehlen Senioren

Angebliche Handwerker, die sich auf dreiste Weise Zugang zu Wohnungen verschaffen und Senioren bestehlen – war Bad Münder von dieser Art Trickdiebstahl bislang verschont, so hat sich das geändert.

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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Am vergangenen Mittwoch würden die münderschen Kriminalermittler erstmals zu einem Tatort gerufen. Nach bisherigen Ermittlungen hatten die Täter einen Senior in der Wermuthstraße ins Visier genommen. Gegen 12 Uhr klingelte ein etwa 40 Jahre alter Mann und gab sich als Mitarbeiter der Wasserwerke aus. „Der Mann gab an, dass es zu einem Wasserrohrbruch gekommen sei und er die ,Wasserventile‘ überprüfen müsse. Sonst könnte man in einem Schadensfall Probleme mit der Versicherung bekommen“, berichtet Hauptkommissar Michael Rohde. Der ältere Mann habe den vermeintlichen Handwerker zunächst nicht in die Wohnung lassen wollen, ließ sich aber schließlich von der geschickten Argumentation überzeugen. Im Keller habe der „Wasserwerker“ dann mit einem angeblichen Messgerät Ventile kontrolliert – dabei habe er in Funkkontakt mit einem weiteren Mann gestanden. Als er auf einen Tresor stieß, wollte er ihn öffnen, um die Unversehrtheit des Inhalts zu prüfen.

Als der vermeintliche Handwerker dann nach Rücksprache mit seinem Kollegen plötzlich verschwand, wurde der Senior misstrauisch – und stellte fest, dass die Kellertür geöffnet war und der Tresorschlüssel fehlte. „Vermutlich ist ein zweiter Täter durch die Kellertür ins Haus gelangt und hat aus dem Tresor eine Kassette entwendet“, erklärt Rohde. Fette Beute machten die Täter nicht – weder im Tresor, noch in der Kassette befanden sich Wertsachen.

Beschrieben wird der angebliche Wasserwerker als etwa 40-jähriger Mann, 1,75 Meter groß und kräftig. Er hatte kurze dunkle Haare und trug blaue Arbeitskleidung.

„Möglicherweise sind die falschen Handwerker von Zeugen auf der Wermuthstraße beobachtet worden oder haben auch bei anderen Bürgern geklingelt“, erklärt Rohde. Hinweise erbittet die Polizei unterer 05042/9331-0.

In Erscheinung getreten sind Täter mit der Wasserrohrbruch-Masche in den vergangenen Tagen auch im Bereich Stöcken – und die Beschreibung ähnelt in vielen Fällen der aus Bad Münder. Gleich bei vier Diebstählen erbeuteten sie Geld oder Schmuck. Neben dem etwa 40-Jährigen wird auch ein Täter beschrieben, der 60 bis 65 Jahre alt, etwa 1,65 Meter groß und vollschlank sein soll. Er hat graue Haare und trägt einen dicken Oberlippenbart.

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