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In unmittelbarer Nähe zur Münderschen Tafel entsteht ein neues Angebot in der Flüchtlingsarbeit

Fahrradwerkstatt am Theenser Anger

Bad Münder. Was kann es Naheliegenderes geben, als eine Fahrradwerkstatt in einer ehemaligen Fahrradwerkstatt zu eröffnen? Das hat sich auch Hermann Wessling gedacht, als aus dem Kreis der Integrationslotsen der Wunsch laut wurden, eine Sammelstelle für gespendete Räder, die Flüchtlingen zur Verfügung gestellt werden, zu finden. Aber statt nur als Lagerplatz zu dienen, sollen in den neuen Räumen – in unmittelbarer Nähe zur Ausgabestelle der Münderschen Tafel – die Spenden auch mit Unterstützung von Asylbewerbern instand gesetzt werden.

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Autor:

Mira Colic

In den 90er-Jahren hat die Arbeitsloseninitiative Bad Münder (AIBM) das Nebengebäude Am Theenser Anger als Werkstatt betrieben. Weil aufgrund der vielen Asylsuchenden in der Stadt die Zahl der Möbelspenden enorm gestiegen ist, nutzt die Einrichtung der Diakonie momentan die dortigen Räume selbst als Lager – noch. Denn bis spätestens Ende des Monats soll das Gebäude leergeräumt sein. „Es hat sich nach Rücksprache mit der Stadt ein positiver Tausch für alle Beteiligten angeboten“, erklärt Wessling. So werde die AIBM einen Raum auf dem Bauhof der Stadt an der Rahlmühler Straße übernehmen, also in unmittelbarer Nähe zum Möbellager, wodurch der Zugriff vereinfacht werde.

Die Idee einer Fahrradwerkstatt ist nicht neu, in Hameln ist bereits eine solche eingerichtet worden. „Wir wollten sie jedoch nicht im luftleeren Raum schweben lassen, sondern brauchten aus versicherungsrechtlichen Fragen und wenn ein Spender eine Quittung wünscht oder Bargeld zur Verfügung stellt, ein Dach, unter das die Werkstatt schlüpfen kann“, so Wessling. Als Träger hat sich die Mündersche Tafel angeboten. Für den Vorsitzenden Dieter Hainer eine – da ist das Wort wieder – naheliegende Lösung. „Wir sehen uns bei der Flüchtlingsarbeit als Teil eines Netzwerkes, da ist es für uns selbstverständlich, dass wir unterstützend tätig sind.“ Allerdings, das betonen sowohl Wessling als auch Hainer, sei die Tafel mit ihren Aufgaben am Limit der Belastungsgrenze, sodass die Einrichtung weder personell noch finanziell durch die Fahrradwerkstatt belastet werden soll.

Umso mehr freut sich Hermann Wessling, dass sich bereits ein Werkstattleiter gefunden hat, der die weitere Organisation übernehmen wird. Dieter Stradtmann, der erst seit Kurzem in Egestorf lebt, hatte sein Interesse bekundet, am nächsten Integrationslotsenkurs teilzunehmen – und war, nachdem er von der neuen Initiative erfahren hatte, sofort Feuer und Flamme, die Leitung zu übernehmen. Und damit hat es keinen Unerfahrenen getroffen, denn Stradtmann war vor seinem Ruhestand für viele internationale Unternehmen im Ausland tätig.

Wer ein Fahrrad spenden möchte, soll sich, so die Bitte der Organisatoren, noch einige Wochen gedulden. Anfang November, sobald die Räume bezugsfertig sind, wird es weitere Informationen zur Arbeit der Fahrradwerkstatt von Dieter Stradtmann geben.

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