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Baustatiker rät zum sofortigen Auszug / Familie weiter auf Wohnraumsuche

Experte: "Das ist viel zu gefährlich!"

Rolfshagen (la). "Der Dielenboden ist nur vier Zentimeter dick, und stützende Balken fehlen. Hier können Sie nicht wohnen. Das ist viel zu gefährlich", stellte der Di plomingenieur für Baustatik Dirk Brinkmann aus Bückeburg fest, als er das Haus von Britta Kliewer und Marcus Ellermann an der Rolfshagener Straße (wir berichteten) unter die Lupe nahm.

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Wieder war ein Kamerateam vor Ort, umüber das Schicksal der jungen Familie und das abbruchreife Haus zu berichten. Diesmal hatten die Fernsehjournalisten den Baustatiker Dirk Brinkmann mitgebracht und befragten ihn zu dem Zustand des Hauses. "Das Dach ist auffällig stark nach unten gebogen, was keinesfalls sein dürfte. Allerdings hält es zunächst durch den zusätzlich eingezogenen Bal ken", so Brinkmann. Besondere Sorge bereitete ihm der Dielenboden im Obergeschoss. Mit vier Zentimetern sei der wesentlich zu dünn und außerdem nicht durch Querbalken abgestützt. Das Risiko, dass der Boden einstürzt, sei sehr groß. "Mir wäre das zu unsicher. Ich würde hier umgehend ausziehen", sagte Brinkmann. Doch so einfach ist das für Marcus Ellermann und seine Lebensgefährtin nicht. Die finanzielle Belastung durch den Hauskauf und die bereits vorgenommenen Sanierungsarbeiten sind hoch, und Wohnraum für eine fünfköpfige Familie ist rar. "Uns wurden zwar schon fünf Häuser zum Kauf angeboten, aber keins unter 200 000 Euro. Das ist für uns nicht finanzierbar. Zumal da wir nicht wissen, wie diese Geschichte aus geht", sagte Britta Kliewer. Das Paar hat Klage gegen den Verkäufer eingereicht, verlangt die Rücknahme des Hauses und begründet dies mit arglistiger Täuschung. Wie lange es dauert, bis es zu einer Verhandlung kommt, ist ungewiss. "Wir haben Prozesskostenhilfe beantragt, da wir die Rechtsanwalts- und Gerichtskosten nicht finanzieren könnten. Aber deshalb kann leider kein Eilverfahren eingeleitet werden", erläutert Britta Kliewer. Der Verkäufer des Hauses wollte sich zu der Klage nicht äußern. "Ich habe mir nichts vorzuschmeißen", war sein einziger Kommentar vor laufender Kamera.

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