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Die Welt zu Hause in Schaumburg: Serie zur Fußball-WM / Mauricio Argüello besucht Schwester in Ahnsen

Ex-Nationalspieler hält die Daumen für Ecuador

Ahnsen. In Hameln sind die Franzosen, in Barsinghausen die Polen - und in Ahnsen, da sammeln sich die Ecuadorianer zur WM. In der Vehlener Straße, bei Familie Harttrumpf. Lorena Harttrumpf (37) ist gebürtige Ecuadorianerin und sieht ihre Familie in der südamerikanischen Heimat sonst nur alle drei bis fünf Jahre. Zur Fußball-WM aber hat sie Besuch von gleich zwei Brüdern und einem Neffen, unter ihnen ein waschechter Ex-Nationalspieler: Mauricio Argüello war 13 Jahre lang Profi-Fußballer in der ecuadorianischen Nationalelf.

Eine Familie drückt die Daumen für Ecuador: Mauricio Argüello, e

Autor:

Christiane Riewerts

Die Liebe hat Lorena nach Schaumburg geführt. Als Peter Harttrumpf vor knapp zwei Jahrzehnten in Ecuador Urlaub machte, lernten sich die beiden jungen Leute kennen und lieben. Vor 16 Jahren kam Lorena aus der Anden-Stadt Ibarra zum ersten Mal nach Deutschland, "und dann bin ich gleich geblieben", lächelt sie. Die drei Kinder Alexander (14), Christian (10) und Valentina, mit zweieinhalb Jahren das Nesthäkchen der Familie, wachsen zweisprachig auf. In ihrer Mutter haben sie eine gute Lehrerin: An der Volkshochschule gibt die studierte Tourismus-Fachfrau seit Jahren Spanischkurse. In diesem Jahr hat Lorena viel Besuch von ihrer Familie. Als Austauschschüler lebt ihr Neffe Francis Negrete für ein Jahr in Schaumburg. Eigens zum Start der Fußball-WM ist gestern der eine Bruder aus dem spanischen Valencia angereist, am Dienstag schon der andere aus Ecuador - Mauricio, der frühere Nationalspieler. Bis 1993 hat Argüello für Ecuador gespielt, 13 Jahre lang. Seine größten Erfolge feierte er jedoch im Vereinsfußball mit seinem Club Barcelona - nicht dem spanischen "Barça", sondern dem ecuadorianischen, versteht sich. "Das ist schon eine tolle Gelegenheit, dass die WM in Deutschland stattfindet", freut sich Lorena Harttrumpf. "So direkt bekommen wir das nie wieder mit." Und so direkt wie Lorena und ihre Familie werden wohl nur wenige Schaumburger Kontakt zu WM-Fußballern haben: Am Montag fährt die ganze Familie nach Bad Kissingen, wo die ecuadorianische Mannschaft Quartier genommen hat. Mauricio hat aus seiner Zeit als aktiver Spieler noch gute Kontakte zur Nationalelf: Edison Méndez zum Beispiel kennt er persönlich, außerdem Agustín Delgado, genannt"El Tin" - auf ihn setzt Mauricio die größten Hoffnungen bei dieser WM. "Einen wirklichen Star haben wir diesmal leider nicht im Team", bedauert er. Der WM-Höhepunkt wartet am Donnerstag, 15. Juni, auf die Familie Harttrumpf-Argüello: Dann spielt Ecuador in Hamburg gegen Costa Rica - und sie sind alle live im Stadion dabei, um ihrem Team zuzujubeln. Der bislang größte Erfolg der ecuadorianischen Nationalmannschaft war die erstmalige Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea. Zwar kam die Mannschaft dort über die Vorrunde nicht hinaus, doch selbst der Sieg im letzten Gruppenspiel gegen Kroatien wurde in Quito mit spontanen Straßenfesten und Autokorsos gefeiert. Zu unterschätzen ist das Team von Trainer Luis Fernando Suárez ohnehin nicht: In der Höhenluft von Quito gelang der ecuadorianischen Nationalmannschaft in der Qualifikation der große Coup, den Top-Favoriten Brasilien mit 1:0 zu besiegen - Lorena und ihre ecuadorianische Familie sind sichtlich stolz darauf. Entsprechend groß sind die Erwartungen: "Wir hoffen, dass wir in die nächste Runde kommen", sagt Lorena Harttrumpf. Eine realistische Chance dafür sieht sie: "Deutschland ist nicht so stark, wie man denkt."

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