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Wischnat verzichtet auf Wahl-Privileg / Politik traut dem Braten nicht

Es riecht nach General-Verzicht

Eilsen. Beim Weinfest des SPD-Samtgemeindeverbandes hat er erklärt, er selbst werde "keine Einzelkandidatur anstreben" und seine Arbeit "bis September sachlich korrekt zu Ende führen" (wir berichteten). Doch die Zweifel der Politiker, ob er bis zum 24. Juli, 18 Uhr, nicht doch seinen Hut in den Ring wirft, hat Samtgemeindebürgermeister Heinz Wischnat mit der obigen Aussage beim Stehtisch-Smalltalk nicht zerstreut.

Heinz Wischnat

Autor:

Thomas Wünsche

Meinung vieler Gäste: "Er wollte sich mit seiner Erklärung in den Mittelpunkt und den Wahlkampf-Auftakt der SPD in den Schatten stellen." Und: "Eigentlich hat Wischnat gar nichts gesagt." Denn er könne sich auch nach seiner jüngsten Erklärung noch um eine weitere Amtszeit bewerben, ohne wortbrüchig zu werden... Faktisch bedeutet Wischnats Aussage zunächst nur, dass er von sich aus auf ein Privileg verzichtet: Denn nach dem "Niedersächsischen Kommunalwahlgesetz" (NKWG) hätte er sich als Amtsinhaber selbst vorschlagen können, ohne für eine Kandidatur Unterstützungsunterschriften zu brauchen. Die Alternative, die jetzt noch offen bleibt, ist laut Heinz Kraschewski, Amt für Kommunalaufsicht und Wahlen bei Landkreis Schaumburg, diese: "Entweder eine Partei stellt ihn als Bewerber auf - oder es bildet sich in Eilsen eine mindestens drei Köpfe zählende lockere Wählergemeinschaft, die ihn als Kandidaten kürt." Zumindest ersteres scheidet völlig aus. Wischnat auf Nachfrage der Landes-Zeitung: "MeineÄußerung beim Weinfest hat sich aus der Situation ergeben; eigentlich wollte ich den Verzicht auf eine Einzelkandidatur erst zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben." Aus seiner Sicht sei damit alles gesagt. Er selbst werde sich fortan "nicht mehr öffentlich zur Kandidatur-Frage äußern". Denn: "Ich will niemandem Gelegenheit geben, auf mir rumzuhacken." Der Amtsinhaber auf die Frage, ob er denn einem eventuellen Wahlvorschlag von anderer Seite folgen werde: "Einen solchen Wahlvorschlag müsste ich, wenn ich ihm denn Folge leisten wollte, zuvor auch unterzeichnen. Doch niemand kann mich zu einer Kandidatur zwingen." Ihm gehe es künftig allein darum, dass (s)eine 32-jährige, "sachbezogene und erfolgreiche Arbeit" zum Wohle Eilsens fortgesetzt werde. Das sindÄußerungen, die eher einen General-Verzicht vermuten lassen. Tatsächlich lässt sich seine Aussage beim Weinfest für den, der zwischen den Zeilen liest, auch aus einem anderen Grund so interpretieren: Bereits bei der jüngsten Ernennung Svenja Edlers zur Oberamtsrätin hatte der Samtgemeindebürgermeister mit Blick auf die Zeit nach der Kommunalwahl gesagt: "Ich kann mir bei einer gewissen Konstellation sogar vorstellen, dass Sie (Edler, d. Red.) ganz besonders gefordert sein werden ..." - Bei einer "gewissen Konstellation": Das kann nur bedeuten, wenn entweder der für die CDU ins Rennen gehende Parteilose Bernd Schönemann oder aber Oliver Keller (SPD) die Wahl gewinnt und Chef im Eilser Rathaus wird. Eine Äußerung, welche die Vermutung, Wischnat selbst wolle generell auf die Kandidatur verzichten, schon Anfang Juni nahe legte.

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