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Es muss nicht immer Kitzbühel sein …

Zugegeben, es ist nicht hochalpin im Hochsolling, aber immerhin: Eine 300-Meter-Abfahrt auf akkurat präparierter Skipiste gibt es in Neuhaus, samt Skilift und vor allen Dingen zu verträglichen Preisen. Erwachsene zahlen für ein Tagesticket am Hang erschwingliche sechs Euro, Kinder die Hälfte, und Einzelabfahrten sind schon für zwanzig Cent zu haben. Geöffnet ist täglich ab 14 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit, am Wochenende bereits ab 10 Uhr.

Carolin Heine aus Hannover und ihr Sohn Tim (4), der bereits mut

Autor:

Inken Philippi

Natürlich wird angesichts der Pistenlänge mancher erfahrener Alpin-Skifahrer mitleidig lächeln, aber trotzdem: Ein Tagesausflug in die heimatlichen Berge lohnt sich. Die Natur ist ursprünglich, wild und derzeit tief verschneit. Zudem muss sich abseits des großen Skizirkus auch niemand durch profihaftes Können oder gar exklusives Outfit beweisen: Jeder kann sich auf der Piste versuchen oder beim Skilanglauf an der Kondition arbeiten, und wenn es nicht anders geht, dann eben auch mal in Jeans.

Sieben Loipen durch traumhafte Winterwälder werden für die Skilangläufer um Neuhaus und Silberborn gespurt, frei zugänglich für jedermann. Auf die Kleinsten warten zwei Rodelhänge, leicht zu erreichen an der B 497. Skiort-Glamour will hier niemand, hier geht es um das Wesentliche: den Spaß im Schnee. Viele Besucher aus der Umgebung reisen genau deshalb morgens an und nachmittags wieder ab, mitgebracht werden heißer Kakao, Butterbrote und Glühwein.

Überhaupt ist der Wintersport im Weserbergland eher geprägt von gutem Willen. Mangels Schneesicherheit muss man sich vielerorts auf ansässige Ski-Clubs verlassen, deren Mitglieder sich ehrenamtlich um Pisten und Skilifte kümmern. Und die Hobby-Sportler tun derzeit ihr Bestes: In Springe hält der ortseigene Verein bei besten Schneeverhältnissen momentan drei Skilifte und drei Loipen in Schuss. Abfahrten bis 350 Meter Länge lassen die Skifahrer-Herzen hier höherschlagen, und auch die Preise sind wiederum erschwinglich: 1 Stunde auf der Piste kostet 4 Euro, 3 Stunden 10 Euro und eine Tageskarte 15 Euro. Aktuelle Informationen zu Schneeverhältnissen und Liftbetrieb vor Ort bietet der Verein auf seiner Internet-Seite www.skiclubspringe.de an.

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Auch an der „Vogeltaufe“ in Horn Bad-Meinberg, Ortsteil Holzhausen, können die Wintersport-Freunde ab jetzt ihr Bestes geben. Und auch hier sorgen ehrenamtliche Helfer des Ski-Clubs Horn für reibungslose Abläufe. Eine 300-Meter-Abfahrt an einem Nordhang des Teutoburger Waldes hat der Verein zu bieten, landschaftlich schön gelegen in der Nähe der Externsteine. Öffnungszeiten des Lifts können aktuell auf der Internet-Seite des Vereins www.ski-club-hbm.de abgefragt werden. Gezahlt wird hier per Zwölfer-Karte. Zwölf Abfahrten kosten für Erwachsene 6 Euro, für Kinder die Hälfte.

Bei den Sternberger Wintersportfreunden im Extertal geht es sogar noch günstiger: Ski- und Rodellift am Rethberg können den ganzen Tag für 2,50 Euro genutzt werden, und auch eine Bratwurst- und Getränkebude wartet auf hungrige und durstige Sportler. Eine 300 Meter lange alpine Abfahrt und eine 200-Meter-Rodelbahn laden zur rasanten Abfahrt. Das lästige Heraufziehen des Schlittens entfällt, es gibt einen Rodellift.

Erfreulich preiswert gestaltet sich also das Skivergnügen im Weserbergland: Die Liftkosten halten sich in Grenzen, eine Übernachtung ist überflüssig, die Anfahrt übersteigt in der Regel kaum eine Stunde und Verpflegung kann mitgenommen werden. Einziger Wermutstropfen: Wer Ski fahren will, muss seine Ausrüstung zumeist selbst mitbringen. Nur im Sollingort Silberborn können zumindest Langlaufski gemietet werden.

Auf allen Hängen und Pisten ist derzeit Hochbetrieb, berichten die Betreiber der Lifte und sind sich sicher: So gut wie jetzt werden die Wetterverhältnisse so schnell nicht wieder. Mehrere tausend Menschen bevölkerten in den vergangenen Tagen Loipen und Pisten. Am kommenden Wochenende dürfte der Ansturm kaum abreißen, schließlich haben die Meteorologen Neuschnee versprochen.

Lohnend ist ein Besuch in den Bergen um das Wesertal derzeit aber auch für Spaziergänger: Schneebedeckte Tannen und weite Lichtungen – an Postkarten-Idyllen herrscht kein Mangel. In den kleinen Sollingorten bieten heimelige kleine Cafés und Restaurants immer Platz für Pausen.

Informationen zur Lage auf den Pisten und in den Loipen im Solling können von Dezember bis März über das Schneetelefon (Tel. 05536/805) abgerufen werden. Auch die Touristik-Information vor Ort gibt unter der Nummer 05536/1011 gern Auskunft zum Wintersport und die Internet-Seite www.hochsolling.de informiert zusätzlich über Pferdeschlitten- und Planwagenfahrten durch die verschneiten Wälder.

Ski und Rodel gut also derzeit in den hiesigen Breiten, und es empfiehlt sich, das Wetter, so lange es geht, auszunutzen, denn besser wird es in diesem Winter wahrscheinlich nicht mehr. In diesem Sinne: Runter vom Sofa und Ski heil!

Auch das geht in der Nähe: Snowboarden am Steinbruch in Springe.Foto: ric

Sieben Loipen warten im Hochsolling um Neuhaus und Silberborn auf Langläufer. Foto: tah

Der Winter zeigt sich von seiner besten Seite: Eine dicke Schneedecke hat sich über das Land gelegt. Wintersport steht deshalb hoch im Kurs – und das nicht nur in den Alpen: Auch in unserer Region gibt es Möglichkeiten für Langlauf und Abfahrt.

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