weather-image
19°
Immer offen für andere Menschen / Gegenseitige Wertschätzung und Liebe

Es glitzert diamanten im Hause Willeke

LÜGDE. Elisabeth, die alle Else nennen, und Walter Willeke, der „Putzer“, in der Lügder Vorderen Straße, verkörpern das Bild eines Jubelpaares, wie man es sich nur wünschen kann.

Das Brautpaar vor 60 Jahren. PR
IMG-20161016-WA0000

Autor

Rudi Rudolph Reporter

Dass bei den beiden am 11. März das Fest der diamantenen Hochzeit gefeiert wurde, mag man gar nicht glauben, wirken sie doch eher wie ein Paar in den Sechzigern. Agil, dynamisch und präzise formulierend, fröhlich und detailliert berichten sie über die sechs Jahrzehnte, die sie nun schon miteinander leben und lieben. Als „Putzer“ war Walter Willeke vom Köterberg bis Emmerthal bekannt, hatte er als Friseur doch Kunden in weitem Umkreis. Sein Geschäft lag in der Vorderen Straße, eigentlich „weit vom Schuss“, doch trotzdem immer voll mit Kunden. 1948 begann er die Friseurlehre, arbeitete 13 Jahre als Gehilfe und legte 1963 in Lübeck die Meisterprüfung ab. Damit war der Start in die eigene Selbstständigkeit gelegt. Doch bereits in seiner Gehilfenzeit lief ihm ein Mädchen über den Weg, das ihn nicht mehr loslassen sollte. Else war nach Lügde gekommen. Geboren war sie im sonnigen Rheingau, in Eltville. Und in einer Familie mit fünf Kindern musste man „früh aus dem Haus“, erzählt sie, was bedeutete, mit 13 Jahren. In Schwanheim bei Frankfurt lernte sie den Beruf der Kindergartenhelferin und ging nach Lügde, wo sie im hiesigen Kloster „Küche lernte“. Schon damals wurde der Karneval in der Stadt groß gefeiert, und die mit über 600 Menschen besuchten Sitzungen fanden im Schützenhaus statt. Dort liefen sich Else und Walter über den Weg, lernten sich kennen, verliebten sich und heirateten nach vier Jahren des Zusammenseins. Walter war 24, Else 21 Jahre jung. Und während Walter Willeke dem Friseurberuf nachging, arbeitete Else beim „Paritätischen“ in der Altenpflege. Es war ein Beruf, den sie mit Liebe und Leidenschaft ausübte und der sie mit vielen unterschiedlichen Menschen und Schicksalen konfrontierte. Ihre Sensibilität, Empathie und die Fähigkeit, auf Menschen zuzugehen, merkt man ihr an. Und genau wie Walter, der zeitlebens mit vielen Menschen in Kontakt kam, spürt man, dass Offenheit, Freundlichkeit und Freude am Zwischenmenschlichen einfach jung hält. Auch wenn Walter Willeke sagt, „das meiste habe ich meiner Frau zu verdanken,“ so ist es doch eine gegenseitige Wertschätzung und Liebe, die beide verbindet. Zwei Töchter und ein Sohn gingen aus der Ehe hervor, und sie alle sowie eine große Schar Gratulanten wurden natürlich an dem Jubeltag in der Vorderen Straße erwartet.

Elisabeth und Walter Willeke in Lügde. FOTO: AR
  • Elisabeth und Walter Willeke in Lügde. FOTO: AR
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare