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Orgel- und Sopranklänge in St. Nikolai / Nächstes Konzert am Sonntag: "Orgel und Chor"

Erstes Sommerkonzert zeigt "Wege zu Mozart"

Rinteln (dis). Eingeweihte wissen, was sie bei den von Wolfgang Westphal geleiteten alljährlichen "Schaumburger Sommerkonzerten" erwartet: Alles, nur keine Langeweile. Deshalb kommen sie auch gern, wie sich am Sonntag beim Eröffnungskonzert in St. Nikolai zeigte.

Unter dem zum Mozart-Jahr passenden Motto "Wege zu Mozart" konfrontierten die Detmolder Sopranistin Friederike Webel und der Lemgoer Organist Jobst-Hermann Koch ihr Publikum mit Komponisten, denen der Jubilar verbunden war. Einleitend widmete sich Kirchenmusikdirektor Koch mit souveränem Können dem "Preludio e Fuga f-Moll" von Giovanni Battista Martini, zu dem Mozart 1770 ging, um in den strengen polyphonen Stil eingeführt zu werden. Danach wehten die Klänge von Georg Muffats lieblicher "Passacaglia g-Moll" dank luftiger Artikulation filigran durchs Gotteshaus. Als profilierter Künstler erwies sich Koch im Vortrag von Johann Christian Bachs "Sonate c-Moll", op. 5, Nr. 6, indem er die Ausdruckskraft des dreisätzigen Stückes optimal ausleuchtete. Der jüngste Sohn des großen Johann Sebastian wurde in dessen Londoner Zeit Lehrer, Freund und Förderer von Wolfgang Amadeus, und sein Einfluss auf das verehrte Genie lässt sich nur schwer überhören. Wie ein entspannendes Ruhemoment wirkte zwischendurch das klangbewusst gebrachte "Andante", KV 616, für ein mechanisches Orgelwerk. In der mit wesentlich mehr Registern versehenen "Fantasie f-Moll", KV 594, entwickelte der Solist die Adagis und das Allegro besonders farbenreich. Zudem fielen die leichtfüßige Pedaltechnik und das interpretatorische Geschick auf. Als sorgfältig koordinierender Mitgestalter erwies sich der Kantor und Musikerzieher in der Begleitung Friederike Webels, die leider mit nur zwei Beitragsblöcken zu kurz ins Rampenlicht rückte. Bei drei Arien von Alessandro Scarlatti, den Mozart auf seinen italienischen Reisen schätzen lernte, fiel die junge Vokalistin durch eine in allen Lagen warme, ausgeglichene Stimmeund eindringliche Textformulierung auf. Empfindsamkeit kennzeichnete die Darbietung der Arie "Nonè ver, che assise in trono" aus der Feder Johann Christian Bachs, mit der die Sopranistin die Spanne ihrer Möglichkeiten aufblättern durfte. " Orgel und Chor" heißt es beim zweiten Konzert am Sonntag, 16. Juli, 17 Uhr, in der Johannis-Kirche Fuhlen. Dann sind außer dem Organisten Julian Heider Jugendchor und Instrumentalkreis der Singschule St. Nikolai dabei.

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