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Erster SPD-Bürgermeister seit 1945 gewählt

Heeßen. Kleine Sensation in der Samtgemeinde: Mit den Stimmen der Gruppe SPD-Grüne sowie des Unabhängigen Gerhard Hasse ist der Sozialdemokrat Harald Bokeloh Donnerstagabend im Heeßer Krug als Nachfolger von Wilhelm Brümmel (CDU) zum Bürgermeister gewählt worden; Bokeloh ist der erste Genosse, dem das seit 1945 gelungen ist. Der Posten seines ersten Stellvertreters geht an den Unabhängigen Gerhard Hasse; der des zweiten Stellvertreters an den Sozialdemokraten Gerhard Möhlmann. Die CDU nominiert keine eigenen Kandidaten – stimmt aber geschlossen gegen alle drei Bewerber.
Dass etwas im Busche ist – dafür gibt es bereits im Vorfeld der Ratssitzung Anzeichen. Zum einen tummelt sich auffällig viel Politprominenz beider Couleur im Gastraum, zum anderen trägt Bokeloh als Einziger neben Noch-Bürgermeister Brümmel einen Anzug; dessen letzte Amtshandlung ist es, die Ratsmitglieder reihum per Handschlag in die Pflicht zu nehmen. Dann übergibt Brümmel an den Ratsältesten Möhlmann. Der nimmt die Erklärungen der sich neu bildenden Fraktionen entgegen. Demnach bildet die SPD mit Heinz-Hardy Hoffmann (Grüne) eine Gruppe, deren Sprecher Möhlmann ist; ihn vertritt Gabriele Walz. Fraktionssprecher der Christdemokraten bleibt Manfred Schönenborn; ihm zur Seite steht Rudolf Wecke.

Heeßen

Heeßen. Kleine Sensation in der Samtgemeinde: Mit den Stimmen der Gruppe SPD-Grüne sowie des Unabhängigen Gerhard Hasse ist der Sozialdemokrat Harald Bokeloh Donnerstagabend im Heeßer Krug als Nachfolger von Wilhelm Brümmel (CDU) zum Bürgermeister gewählt worden; Bokeloh ist der erste Genosse, dem das seit 1945 gelungen ist. Der Posten seines ersten Stellvertreters geht an den Unabhängigen Gerhard Hasse; der des zweiten Stellvertreters an den Sozialdemokraten Gerhard Möhlmann. Die CDU nominiert keine eigenen Kandidaten – stimmt aber geschlossen gegen alle drei Bewerber.
Dass etwas im Busche ist – dafür gibt es bereits im Vorfeld der Ratssitzung Anzeichen. Zum einen tummelt sich auffällig viel Politprominenz beider Couleur im Gastraum, zum anderen trägt Bokeloh als Einziger neben Noch-Bürgermeister Brümmel einen Anzug; dessen letzte Amtshandlung ist es, die Ratsmitglieder reihum per Handschlag in die Pflicht zu nehmen. Dann übergibt Brümmel an den Ratsältesten Möhlmann. Der nimmt die Erklärungen der sich neu bildenden Fraktionen entgegen. Demnach bildet die SPD mit Heinz-Hardy Hoffmann (Grüne) eine Gruppe, deren Sprecher Möhlmann ist; ihn vertritt Gabriele Walz. Fraktionssprecher der Christdemokraten bleibt Manfred Schönenborn; ihm zur Seite steht Rudolf Wecke.
Als Möhlmann bereits zum nächsten Tagesordnungspunkt übergeht, interveniert Hasse: „Ich bleibe unabhängig!“ Hasse wünscht sich, „dass die Zusammenarbeit harmonisch bleibt, egal werden Bürgermeister stellt.“ Denn der sei auch für die CDU da. Für Schönenborn ist das ein „Wort zum Sonntag, auf das wir hätten verzichten können“. Als es an die Wahl des Bürgermeisters geht, sagt der CDU-Fraktionschef, dass Brümmel nicht mehr im Angebot sei. Eine Erklärung dafür gibt er nicht.
In der Folge wird der von Walz vorgeschlagene Bokeloh von der Gruppe SPD-Grüne und Hasse gewählt. Die CDU hat ihm keinen eigenen Kandidaten entgegengestellt – und trägt Bokeloh nicht mit.
Als Bokelohs ersten Stellvertreter schlägt Möhlmann Hasse vor. Von der CDU kommt abermals kein Gegenvorschlag. Als sich die Hände des rot-grünen Lagers heben, bleibt neben denen der Christdemokarten auch die von Hasse unten. Patt! Die Sitzung wird kurz unterbrochen, Möhlmann bittet Hasse zu einem Vieraugengespräch nach draußen. Beim folgenden zweiten Wahlgang wählt sich der Unabhängige dann selbst – und wird mit (s)einer Stimme Mehrheit Stellvertreter. Ähnliches Bild auch bei der Wahl des dritten Bürgermeisters, der an Möhlmann fällt. Die CDU stellt keinen Gegenkandidaten, lehnt den Genossen aber ab. Die Stimme Hasses, der mit rot-grün für Möhlmann stimmt, macht Letzteren dennoch zum dritten Mann.
Nach Informationen dieser Zeitung haben sowohl die SPD als auch die CDU zuvor lange um die Gunst Hasses gerungen. Klar war zunächst nur, dass Brümmel als Bürgermeister nicht mehr konsensfähig ist. Er soll zwei dem Rat vor Jahren gemachte Zusagen nicht eingehalten haben; ihm drohte im Falle seiner Nominierung eine öffentliche Generalabrechnung seitens der SPD. In der Folge wollten die Christdemokraten dann den Ratsneuling Frank Harmening ins Rennen schicken. Als sich dann aber abzeichnete, dass es der CDU nicht gelingen würde, Hasse auf ihre Seite zu ziehen, unterblieb das; Harmening hätte sich allenfalls ein blaues Auge geholt, aber keine Mehrheit gefunden.

Mehr morgen inder LZ/SZ.

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