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Erst der Bolzen, dann die Wurst

Silixen (who). Wer „W“ wie Wurst sagt, der muss auch „B“ sagen, wie Bolzenschlaggerät oder Bolzenschussgerät. Beide Werkzeuge zeigen wir hier und beide dienten früher demselben Zweck – nämlich, dem Schlachter, um damit Schweine oder Rinder vor der eigentlichen Tötung zu betäuben. Das Bolzenschlaggerät ist die ältere Version und sieht aus wie ein leichter Hammer mit einer bolzenartigen Spitze statt eines platten Kopfes. Damit holten der stationäre Fleischer oder der ambulante Hausschlachter alter Art aus zu einem einzigen gezielten Schlag gegen den Schädel des jeweiligen Tieres. Denn der Bolzen sollte möglichst unmittelbar in das Gehirn des Schlachttieres eindringen, um es zunächst zu betäuben. Erst der Stich oder Schnitt in die Halsschlagader brachte den Tod, wovon es in der Regel aber nichts mehr mitbekam. „Das haben wir so in der Ausbildung gelernt und es war schnell Routine“, berichtet ein ehemaliger Fleischer dazu. Einmal gelernt, habe man nie wieder vergessen, wie’s richtig gemacht wird, um dem Tier einen quälenden Todeskampf zu ersparen. Das könnte eher heute passieren, wenn das Schlachttier mit einem Elektroschock durch eine „elektrische Zange“ betäubt werde und nicht genügend Stromstärke angelegt werde. „Aber auch das passiert eher selten, schätzt der Fachmann.

Nicht jedermanns Sache, aber wer Mettwurst und Schinken haben mö

Zurück zu unserem Fundstück-Paar beziehungsweise dem Bolzenschussgerät. Wie schon dessen Name andeutet: Damit wird ein Bolzen, der vorne aus einem Metallzylinder herausragt, regelrecht geschossen. Die Apparatur wird dafür auf den Schädel des Tieres aufgesetzt und über den Abzugshebel oben am Zylinder lässt sich die Treibladung in einer Neun-Millimeter-Patrone zünden, die den spontanen Durchschlag auslöst...

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