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Rund 20 Mahnungen muss die Stadt pro Jahr verschicken, weil Angehörige sich nicht ausreichend um Gräber kümmern

Erst das Erbe – dann die Pflege

Bad Münder (zett). 7000 Gräber gibt es auf den städtischen Friedhöfen in der Kurstadt – doch nicht alle sind gut gepflegt. Rund 20 Mahnungen pro Jahr muss die Verwaltung an die Angehörigen verschicken. Am Ende des Prozesses kann sogar die Einebnung der Grabstätte stehen.

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„Es gibt immer Leute, die Gräber gar nicht pflegen – oder zumindest nicht ordentlich“, sagt die fürs Friedhofswesen zuständige Standesbeamtin Pamela Bogorinsky.

Schnell prallen unterschiedliche Vorstellungen aufeinander: Was den Angehörigen vom Nachbargrab nicht gefällt, mag man selbst – und was manch einen Bürger gar nicht stört, ruft wiederum die Stadt auf den Plan. „Wenn die Disteln auf dem Grab hoch stehen oder die Kränze vom letzten Jahr sind“ – dann sei die Grenze überschritten, sagt Bogorinsky.

An richtig kuriose Verstöße gegen die Vorschriften kann sie sich aber nicht erinnern. In einer kleinen Stadt wie Bad Münder seien die Menschen in Sachen Grabgestaltung wohl eher konservativ, vermutet die städtische Angestellte. Und dann fällt ihr doch noch ein Kuriosum ein: „Einmal hat jemand ein Schild aufs Grab gesteckt. Da hieß es dann, er kümmert sich erst wieder um die Pflege, wenn der Streit um das Erbe geklärt ist.“

Und so kontaktiert die Stadt Jahr für Jahr Angehörige problematischer Gräber. Und erreicht diese meist auch. Nur manchmal müssen die Mitarbeiter den nächsten Schritt gehen: Etwa, wenn die Angehörigen gestorben oder unbekannt verzogen sind. Dann kommt als letzte Mahnung ein Zettel ans Grab – mit der dringenden Bitte um baldige Pflege. Drei Monate bleiben als Frist: „Dann wird das Grab eingeebnet“, sagt Bogorinsky. Soll heißen: Städtische Mitarbeiter entfernen den Grabstein, säubern die Fläche und säen Rasen aus. Ist die gesetzliche Ruhezeit von 20 Jahren abgelaufen, kann das Grab neu belegt werden.

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