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Gedenkfeier am "Steinzeichen" hat NS-Terrorlager im Blick / Heimatverein und evangelische Jugend am 17. Juni dabei

Erinnerung an die Leiden der Zwangsarbeiter wachhalten

Eilsen (sig). Eine erfreuliche Botschaft nach dem unrühmlichen Wiedererwachen "braunen" Gedankengutes: Der Heimat- und Kulturverein Eilsen und die evangelische Jugend aus Bad Eilsen und Luhden sowie Steinbergen engagieren sich bei der zentralen Gedenkveranstaltung für die Opfer der Nazizeit aus unserer Region. Der Erinnerung an die über 1600 Menschen, die hier als Zwangsarbeiter gelitten haben und gestorben sind, ist dieses Treffen am Sonnabend, 17. Juni, ab 11 Uhr in der Erlebniswelt "Steinzeichen" gewidmet.

Begleitet von jiddischer Musik der Gruppe "Shalom" aus Hannover, wollen die Mitglieder der evangelischen Jugend die Besucher in die Thematik einführen. Parallel dazu gibt es eine Ausstellung über die früheren Terrorlager in unserer Umgebung. Das Schaumburger Projekt "Antirassismus-Scouts" informiert über die Aktivitäten von Neonazis in unserer Region. Der Eilser Heimat- Kulturverein bringt sich außerdem ein bei einem Büchertisch der Geschichtswerkstatt der Bückeburger Herderschule. Dort wird Lektüre zu den Ereignissen vor über 60 Jahren und zur heutigen Situation angeboten. Ohne die preisgekrönten Arbeiten, die durch die Spurensicherung im Rahmen der Geschichtswettbewerbe über das "Dritte Reich" entstanden sind, wäre vieles von den Menschen verachtenden Taten im heimischen Raum im Dunkeln geblieben. Die beiden Tutoren dieser Arbeiten, die Pädagogen Klaus Maiwald und Friedrich Winkelhake, möchten die Gedenkveranstaltung auch dazu nutzen, sich bei den ehemaligen Schülern aus Obernkirchen, Helpsen und Bückeburg zu bedanken, die sich ab 1980 an der Grundlagenforschung beteiligt haben. Sie sind deshalb besonders eingeladen. Das Motto der unter der Schirmherrschaft des Landrates Heinz-Gerhard Schöttelndreier stehenden Gedenkfeier lautet: "Erinnerung, Verantwortung, Zukunft". Es geht dabei nicht nur um den Rückblick auf die schlimmste Phase deutscher Geschichte, sondern auch um das Wachrütteln der nachfolgenden Generationen, die notwendigen Konsequenzen und um den Blick nach vorn.

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