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Der ehemalige Gemeindedirektor Erich Hilker ist gestorben

Er baute die Gemeinde auf

Auetal. Ruhig und sachlich war er, selbst in den lauteren Ratssitzungen der späten achtziger Jahre konnte er es sich leisten, seine Stimme nicht zu erheben: Man hörte Erich Hilker auch zu, wenn er leise sprach. Als Gemeindedirektor verfügte er über eine Autorität, die sich nicht nur aus dem Amt, sondern auch aus seiner Persönlichkeit speiste.

Nein, ein Oberlehrer war Erich Hilker nicht. Aber für den Fotogr

Autor:

Frank Westermann

Der Aufbau einer funktionierenden Gemeindeverwaltung, das war und ist die Lebensleistung, die von Erich Hilker bleiben wird. Gemeinsam mit Heinrich Schmidt als seinem langjährigen Stellvertreter war er von der Kreisverwaltung der Grafschaft Schaumburg 1974 in das Rathaus Rehren eingezogen. Schmidt erinnert sich gut: Nur die Standesbeamtin hatte ein eigenes Zimmer; erst als die Maler fertig waren, konnten Hilker und er die Aufgaben in Angriff nehmen, Möbel gab es anfangs gar nicht. Und es waren große Projekte, die beide in der jungen Gemeinde auf den Weg bringen mussten: Schmutzwasserkanalisation, die Wasserversorgung, die Dorferneuerung, der Straßenbau, eine Satzung für die neue Gemeinde. Und einfach war die Arbeit nicht, standen Hilker doch in der politischen Arena die einstigen Platzhirsche gegenüber: die ehemaligen Bürgermeister und Gemeindedirektoren der bis dahin selbstständigen Ortsteile; es war ein langsamer Prozess, bis zusammengewachsen war, was künftig zusammengehören sollte. Bis tief in die Nacht, so erinnert sich Schmidt, habe manche Sitzung gedauert - "und dann haben wir um 7 Uhr wieder die Arbeit aufgenommen". 1983 wurde mit dem Gemeindeumzug der 800. Geburtstag des Auetals gefeiert; es war das erste Fest, an dem alle 16 Ortsteile der neuen Gemeinde sich beteiligten. Hilker war bei der Umsetzung ebenso maßgeblich federführend wie bei der Einrichtung eines Heimatmuseums, dem Kauf der "Alten Molkerei" und natürlich der Ausweisung eines Gewerbegebietes, für die sich Hilker damals fragen lassen durfte, ob das für eine kleine Gemeine wie das Auetal nicht doch eine Nummer zu groß sei. Wie die Jahrezeigten, hatte Hilker hier ebenso recht mit seiner Einschätzung wie bei der Übernahme der "Alten Molkerei". Verantwortung zuübernehmen, hat sich Hilker nie gescheut, auch außerhalb seines Berufs. Als der Rintelner Kanu-Club von einem Tag auf den anderen ohne Vorsitzenden dastand, sprang der ehemalige Wildwasser- und Kanu-Wanderfahrer ein und führte den Club mehrere Jahre lang. 1996 musste Hilker sein Amt als Gemeindedirektor lange ruhen lassen, eine schwere Krankheit zwang ihn dazu. Den Ruhestand trat er im August gleichen Jahres an. Am Dienstagabend ist Erich Hilker, der Frau und Kinder hinterlässt, im Alter von 74 Jahren friedlich entschlafen.

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