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Die Welt zu Hause in Schaumburg: Serie zur Fußball-WM / Kevin Standing hofft auf neuen Teamchef

"England-Deutschland wär' spannend geworden"

Obernkirchen. Es war spannend bis zur letzten Minute: Trotz Verlängerung gab es beim WM-Viertelfinalspiel England gegen Portugal letzten Endes ein Elfmeterschießen zugunsten Portugals. England verlor das Spiel 1:3.

Aus die Maus: Die englische Nationalmannschaft fährt zurück auf

Autor:

Caroline Biallas

Der 16-jährige Halbengländer Kevin Standing aus Obernkirchen nimmt es mit Humor: "Dafür, dass die englische Nationalmannschaft so miserabel gespielt hat, können wir überhaupt froh sein, es ins Viertelfinale geschafft zu haben." Er habe damit gerechnet, sich bereits im Achtelfinale von seinem favorisierten Team verabschieden zu müssen. Das Spiel am Sonnabend sei typisch für England gewesen, meint der 16-Jährige, der in seiner Freizeit selber gerne Fußball spielt. Den Ball über das Tor zu schießen, gehöre bei den Engländern schon fast zur Tradition. "Und vor allem bei Weltmeisterschaften erkennt man die Truppe gar nicht mehr wieder. Sonst spielen sie super, aber bei den wirklich entscheidenen Spielen versagen sie leider." Kevin Standing, Sohn eines Engländers und einer Deutschen, wurde in Maidstone/Kent geboren und verbrachte dort die ersten Lebensmonate. Dann zog die Familie nach Deutschland. Trotzdem ist bei den Standings noch eine enge Verbundenheit mit dem Heimatland vorhanden: Beinahe jedes Jahr verbringt Kevin seinen Urlaub dort, und er hat beide Staatsangehörigkeiten. "Nach dreieinhalb Jahren, wenn ich meine Ausbildung zum Elektroniker abgeschlossen habe, will ich wieder dorthin zurück." Einerseits, weil ein Großteil seiner Verwandtschaft in Hartlepool, im Nordosten Englands lebt, anderseits weil ihm die englische Gesetzgebung besser gefällt als die deutsche. "So manches läuft in England viel lockerer ab", sagt der junge Mann. Trotz der Niederlage gegen die Portugiesen werde er weiterhin die letzten WM-Spiele verfolgen, so Standing. "Jetzt drücke ich natürlich Deutschland die Daumen, die sich den Sieg allemal verdient haben - so klasse, wie die bis jetzt gespielt haben." Das Halbfinale gegen Italien könnte sich für die Klinsmänner schwierig gestalten, vermutet er. Doch gegen Argentinien hätten sie es ja auch geschafft, was eine große Leistung gewesen sei. "Schade ist das Ausscheiden Englands trotzdem, denn ein Finale zwischen Deutschland und England wäre sicherlich sehr spannend geworden. 1966 kam es ja zum letzten Mal zu so einem Endspiel, bei dem die englische Mannschaft gewonnen hat", fügt er hinzu und hofft auf den bereits angekündigten Teamchefwechsel für die nächste Saison. "Mit neuen Trainingsmethoden hat England auch wieder neue Aufstiegschancen und schafft es bei der nächsten Weltmeisterschaft hoffentlich ins Finale."

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