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Gemeinde kauft Landwirt Friedrich Rahe Fläche für Zufahrt ab

Ende gut, alles gut in Heeßen: Der Wegestreit ist beigelegt

Heeßen (tw). Eine vermeintlich unendliche Heeßer Geschichte, welche seit rund fünf (!) Jahren für Unmut sorgte, hat jetzt doch noch einen guten Abschluss gefunden: Die Auseinandersetzung zwischen Landwirt Friedrich Rahe und der Gemeinde Heeßen um die Zufahrt zur Meier-Wiese am früheren Feuchtbiotop, der diverse Ortstermine vorausgegangenwaren. Schön für Naturfreunde: Die das Landschaftsbild prägenden und rund hundert Jahre alten sieben Weiden am Rande der Aue werden nicht gefällt, sondern bleiben erhalten.

Handschlag am Grenzpflock: Gemeindedirektor Bernd Schönemann (l.

"Wir haben einen 600 Quadratmeter großen Bereich im Osten der Aue und der umstrittenen Baumreihe vermessen lassen und ihn Herrn Rahe nun abgekauft", berichtet Bernd Schönemann, der damit gleichsam den gordischen Knoten durchschlagen hat. Der Gemeindedirektor: "Damit ist sichergestellt, dass der Hinterlieger Uwe Meier und andere Landwirte ohne Probleme auf ihr Feld kommen." Auch die Bäume selbst seien jetzt in das Eigentum Heeßens übergegangen. Kürzlich hatte die Gemeinde die Gewächse im Rahmen ihrer Verkehrssicherungspflicht bereits durch eine Fachfirma zum Preis von 1500 Euro von Totholz befreien lassen, so dass auch Spaziergänger den öffentlichen Weg wieder gefahrlos nutzen können. Obwohl die Bäume zu diesem Zeitpunkt noch Rahe gehörten, zahlte die Gemeinde die Arbeiten. Denn: "Friedrich Rahe", lobt Schönemann, "ist uns nicht nur beim Quadratmeterpreis für die von uns gekaufte Fläche, sondern auch bei der Sache mit den Bäumen entgegen gekommen". Nachdem Orkan "Kyrill" einen der Riesen entwurzelt und auf dem Gemeinde eigenen Weg einen Krater hinterlassen hatte, beseitigte ihn der Landwirt. Holte mit seinem Lkw Mineralgemisch - und stellte den Weg wieder her. Hintergrund des nun beigelegten Streits: Der von den Erlen gesäumte Weg hart am Abbruch zur Aue, der als Zufahrt zur Meier-Wiese diente, war 1986 bei der Neuvermessung des Baches aus den Karten verschwunden. "Die Beteiligten hatten damals keinen Widerspruch gegen das Vermessungsergebnis eingelegt", erinnerte das Katasteramt in einem Schreiben an die Gemeinde. Und ergänzt: "Der Weg zum Grundstück des Eigentümers Meier war infolge der Verlagerung der Gewässergrenze seit Anfang der 80er Jahre nicht mehr in voller Breite vorhanden." Das Problem, dass Landwirt Uwe Meier damit keine legale Zufahrt zu seiner Wiese mehr hatte, blieb indes. Das Katasteramt schlug in dem Brief eine "pragmatische Lösung" vor: das Einräumen eines Wegerechts durch Rahe zu Gunsten der Gemeinde Heeßen. Komplizierter wurde die Sache allerdings dadurch, dass sowohl Meier als auch Rahe forderten, dass die ausgespülte Grabenparzelle wieder hergestellt wird, damit sie wie früher im Süden an den Weiden vorbei fahren können. "Demgegenüber", gab Heeßens damaliger Gemeindedirektor Heinz Wischnat zu bedenken, "könnte die Gemeinde Rahe auch auffordern, die Bäume zu beseitigen, damit die Nordseite des Weges zur Gänze als Zufahrt genutzt werden kann ..." Der Rat Heeßen machte sich seinen Reim auf die Angelegenheit. "Das Beste wäre, die Weiden stehen zu lassen und nur die für die Anlage des Weges unbedingt nötigen Flächen von Rahe zu kaufen", meinte Bauausschuss-Chef Heinrich Meier (CDU) damals. Die SPD sah das genauso. Beide Fraktionen wiesen darauf hin,dass die Wurzeln der Bäume die Uferböschung stabilisieren, lehnten das Fällen der Weiden darüber hinaus aus Gründen des Naturschutzes ab.

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