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Gruppe "Kawia" stößt im Le-Theule-Saal auf eine gewaltige Resonanz

Emotionale Reise mit großem Echo

Bückeburg. Mit seiner emotionalen Reise durch Klezmerklänge und jiddische Lieder ist das Ensemble "Kawia" im Joel-Le-Theule-Saal beim Publikum des Kulturvereins auf großes Echo gestoßen.

Autor:

Dietlind beinßen

Nicht nur die ungewöhnliche, aber reizvolle Kombination von Gitarre, Violine, Schlagzeug und Gesang, sondern vor allem die gelungene Umsetzung der mal zündenden, mal tieftraurigen Arrangements machten das Konzert zu einem besonderen Klangerlebnis. Sängerin Katharina Krämer, Gitarrist Wilhelm Grote, Schlagzeuger Uwe Pacewitsch und "Teufelsgeiger" Anton Sjarov nahmen rasch Fahrt auf und waren für den Rest des Abends kaum zu bremsen. Das wiederum freute die Zuhörer, denn das Mindener Team schaffte es auf ungewöhnlich mitreißende Weise, dem Darbietungsreigen Wesenszüge und Seelenzustände einzuhauchen, die jiddische Lieder und Klezmermusik prägen sollten. Gleich der Auftakt geriet mit Sjarovs warmen, feurigen Violintönen im selbst verfassten "Long Ago Instrumental" furios und auch zwischendurch würzten des Saitenkünstlers dynamische Eigenkompositionen und dessen ernergisch-leidenschaftliches Spiel die Show überaus schmackhaft. Bestens motiviert zeigten sich - wie oben erwähnt - zudem Sängerin und Instrumentalisten bei gemeinsamen Auftritten. Katharina Krämer und Co. stromerten durch alle nur denkbaren Gefilde und Gefühlsbereiche, die sich in diesem Genre im Grunde aber ähneln. Groß ist daher die Gefahr, dass aus "S´is finster in gas", "Hey, zigelekh", "Un azder Rebbe", "Tumbalalaika" und dergleichen mehr ein etwas farbloser Einheitsbrei entsteht, der Langeweile nach sich zieht. Nicht so bei dieser Crew, die es vorzog, allen Titeln ihre erkennbare Individualität zu lassen und sie zu einer animierenden musikalischen Einheit zu kombinieren. Die Grenze zwischen Bühne und Parkett war daher ganz schnell überwunden, längst, bevor Katharina Krämer beim Finale zum Mitsingen aufforderte - was übrigens alle gern und laut taten. Viel Applaus.

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